Im ectocare-Ratgeber erfährst du, wie sich juckende Beine sinnvoll einordnen lassen und welche Schritte dir bei Beinen, die jucken, helfen können. Früh hilft oft ein klares Prinzip: Reize senken und die Hautoberfläche so stabil halten, dass sie weniger schnell „Alarm“ schlägt.
Was bedeutet es, wenn die Beine jucken?
Wenn deine Beine jucken, ist das meist ein Zeichen dafür, dass deine Haut gereizt, trocken oder entzündet ist, manchmal auch durch Allergie oder andere Auslöser. Entscheidend sind Begleitsymptome wie Rötung, Schuppung oder Quaddeln und ob der Juckreiz lokal bleibt oder am Körper insgesamt auftritt.
Juckreiz ist dabei nicht nur „lästig“, sondern ein starkes Körpersignal, das fast automatisch in einen Kratzdrang übergeht. Yarbrough KB et al, Erstautor (Peer-reviewed Studie), beschreibt, dass Juckreiz als unangenehmes Gefühl definiert ist, das den Drang zum Kratzen auslöst und Betroffene auch psychisch belasten kann, zum Beispiel durch Schlafstörungen oder Angst und depressive Symptome[1]. Auch unabhängig von einzelnen Diagnosen ist wichtig: Chronischer Juckreiz ist verbreitet, aber unspezifisch. Die Lebenszeit-Häufigkeit von chronischem Juckreiz, der länger als sechs Wochen anhält, liegt in Übersichten bei etwa 8 % bis 25,5 %[2].
Begleitsymptome, die dir bei der Einordnung helfen

- Trocken, rau, gespannt: spricht oft für Feuchtigkeitsmangel oder „Barriere-Stress“ der Haut, besonders an Schienbeinen.
- Gerötet und warm: passt eher zu einer gereizten oder entzündlichen Reaktion.
- Schuppig oder rissig: deutet auf eine deutlich trockene, irritierte Oberfläche hin.
- Quaddeln oder sichtbare Schwellungen: eher Hinweis auf eine schnelle Reaktion der Haut mit Flüssigkeitseinlagerungen.
- Punktuell kleine Erhebungen oder Kratzspuren: kann durch einzelne Reizpunkte starten und sich durchs Kratzen „größer anfühlen“.
- Brennen oder Schmerz: kann bedeuten, dass die Haut stärker angegriffen ist als bei reinem „Trockenheitsjucken“.
Grob gilt: Nur an den Beinen wirkt oft eher lokal getriggert. Am ganzen Körper oder wechselnd an vielen Stellen wirkt eher „allgemein“. Auch ob der Juckreiz immer wiederkommt oder länger bestehen bleibt, verändert die Einordnung, ohne dass du dafür exakt Zeiten zählen musst.
Jucken die Beine mit oder ohne Ausschlag?

Ob deine Beine ohne sichtbaren Ausschlag jucken oder ob du deutliche Hautveränderungen siehst, ist ein wichtiger Hinweis für die Einordnung. Ohne Ausschlag stehen oft Trockenheit, Reizung oder auch nicht-hautbedingte Auslöser im Raum. Mit Ausschlag helfen Muster wie Quaddeln, Schuppung oder punktuelle Papeln, den nächsten Schritt zu planen.
„Ohne sichtbaren Ausschlag“ heißt dabei nicht automatisch „harmlos“. In Übersichten bleibt bei bis zu 11 % der Fälle von chronischem Juckreiz trotz Abklärung keine eindeutige Ursache auffindbar[3]. Umgekehrt kann „mit Ausschlag“ sehr unterschiedlich aussehen, und mehrere Faktoren können parallel wirken.
Laut Dr. Jessica Roth, Ärztin: Zeichen der Nesselsucht (Urtikaria) sind Flüssigkeitsansammlungen in der Haut. Dadurch entstehen stark juckende Quaddeln oder Schwellungen, die sich als unscharf begrenzte Erhebungen zeigen.[4]
Was du an deinen Beinen konkret beobachten kannst
- Flächig trocken, „aschig“, gespannt: oft schleichender Beginn, häufig wiederkehrend.
- Quaddeln oder wandernde Schwellungen: eher plötzlich, oft in Wellen.
- Schuppige, klar begrenzte Flächen: eher langsam, kann immer wieder aufflammen.
- Punktförmige Papeln oder einzelne „Piekser“: eher plötzlich nach einem Kontakt oder Stich, manchmal mit Kratzspuren drumherum.
- Nur Kratzspuren ohne Primär-Ausschlag: Juckreiz kann zuerst da sein, die sichtbaren Zeichen kommen dann durch Reibung und Kratzen.
Tabelle: Sichtbares Muster, Verlauf und typische Trigger-Kategorien

| Sichtbares Muster | Verlauf (typisch) | Häufige Trigger-Kategorien (Beispiele) |
|---|---|---|
| Flächig trocken, feine Schuppung am Schienbein | eher schleichend, oft wiederkehrend | „Trockenheits-Trigger“ wie häufiges Duschen, Heizungsluft, Kälte |
| Unscharfe Quaddeln, Schwellungen | eher plötzlich, kommt in Schüben | „Schnellreaktionen“ wie Wärme, Druck/Reibung, Kontaktstoffe |
| Rötliche, gereizte Flächen nach Kontakt | eher plötzlich bis innerhalb von 1 Tag | „Kontakt-Trigger“ wie Duftstoffe, Waschmittelrückstände, neue Lotion |
| Punktuelle Papeln, einzelne Herde | eher plötzlich | „Biologisch“ wie Insektenstiche; „mechanisch“ wie Rasur-Reizung |
| Kratzspuren, aufgekratzte Linien | folgt auf Juckreiz | „Verstärker“ wie Stress, Wärme, Reibung, trockene Luft |
Welche Ursachen haben juckende Beine?
Häufig stecken hinter juckenden Beinen alltagsnahe Auslöser wie trockene Haut, Rasur, Reibung, Hitze und Schweiß, Kälte oder neue Pflegeprodukte und Waschmittel. Auch Insektenstiche sowie irritative oder allergische Kontaktreaktionen können Juckreiz auslösen. Umweltfaktoren wie hartes Wasser, häufiges Duschen und trockene Luft verstärken das oft.
Praktisch hilft eine Systematik, weil im Alltag selten nur ein Trigger wirkt. In einer Studie mit Menschen mit Neurodermitis wurde Schwitzen bei 96 % als Juckreizverstärker angegeben, während trockene Haut bei 71 % genannt wurde[1]. Diese Zahlen stammen aus einer Neurodermitis-Gruppe und gelten nicht 1:1 für alle, sie zeigen aber, wie stark Schweiß und Trockenheit als Verstärker wahrgenommen werden können.
Trigger-Systematik für den Alltag
| Trigger-Kategorie | Beispiele (konkret) | Was du als Erstes beobachtest |
|---|---|---|
| Trockenheitsbedingt | Winterluft, Heizungsluft, sehr heißes Wasser | Spannungsgefühl, feine Schuppen, „papierartige“ Haut |
| Mechanisch | Rasur, enge Jeans, Scheuern beim Sport | Jucken genau an Reibepunkten, Kratzspuren, Brennen |
| Temperatur und Schweiß | Hitze, Sport, „Wärmestau“ unter Kleidung | Jucken kurz nach Erwärmung, stärker nach Schwitzen |
| Chemisch und Kontakt | Duftstoffe, neue Bodylotion, Waschmittelrückstände | Rötung in Kontaktzonen, „wie wund“, manchmal klar begrenzt |
| Biologisch | Insektenstiche | punktuelle, stark juckende Stellen, oft mit kleinem Zentrum |
Typische „Startpunkte“ im Alltag
- Neues Waschmittel oder Weichspüler, neue Bettwäsche, neues Duschgel
- Rasur am Unterschenkel, danach enge Kleidung
- Sport mit Schweiß plus Reibung an Oberschenkel oder Schienbein
- Winterphase mit trockener Luft und häufiger, heißer Dusche
- Kombi-Trigger: Schweiß plus Reibung plus Duftstoff ist ein Klassiker
Welcher Mangel steckt hinter Juckreiz?
Wenn du Juckreiz an den Beinen hast, kann in einzelnen Fällen ein Nährstoffmangel eine Rolle spielen, zum Beispiel Eisenmangel oder seltener Zink- und Vitaminmangel. Meist erklärt ein Mangel den Juckreiz aber nicht allein, sondern passt eher zu weiteren Hinweisen wie Müdigkeit, blasser Haut oder brüchigen Nägeln. Entscheidend ist eine sinnvolle Einordnung der Begleitzeichen.
Anhaltender Juckreiz ist häufig und hat viele mögliche Ursachen. In Deutschland wird anhaltender Juckreiz in Leitlinien- und Pressetexten mit einer Häufigkeit von etwa 13 bis 17 Prozent bei Erwachsenen beschrieben[5]. Das ist ein guter Grund, „Mangel“ als Möglichkeit mitzudenken, aber nicht als Standard-Erklärung.
Mangel-Themen als Orientierung (ohne Selbstdiagnose)
- Eisenmangel: mögliche Begleitzeichen sind Müdigkeit, Belastungsabfall, blasse Haut; das ist unspezifisch und kann viele Gründe haben.
- Zinkmangel: kann sich unter anderem in verzögerter Wundheilung oder Hautproblemen zeigen; ebenfalls unspezifisch.
- Vitaminmangel (ausgewählte Vitamine): kann je nach Vitamin sehr unterschiedliche Beschwerden machen; Juckreiz allein passt selten eindeutig.
Ernährungsseitig ist eine abwechslungsreiche Kost mit ausreichend Eiweiß, Vollkorn, Hülsenfrüchten, Gemüse und gesunden Fetten eine solide Basis. Supplemente sind eher dann sinnvoll, wenn ein Mangel plausibel ist oder bereits festgestellt wurde.
Welche Krankheiten lösen Juckreiz aus?
Hinter Juckreiz an den Beinen können Hautkrankheiten wie Ekzeme, Neurodermitis, Schuppenflechte, Nesselsucht, Pilzinfektionen oder auch Krätze als Differenzial stecken. Außerdem kommen Durchblutungs- und Nerventhemen sowie innere Ursachen wie Leber-, Nieren- oder Schilddrüsenerkrankungen infrage. Welche Richtung wahrscheinlicher ist, ergibt sich oft aus Muster, Verlauf und zusätzlichen Symptomen.
Neurodermitis ist als juckende Hautursache relevant. Für das Jahr 2021 werden in einer Auswertung etwa 5,2 % Prävalenz für Neurodermitis bei Frauen berichtet[6]. Gleichzeitig ist die Bandbreite insgesamt groß: „Juckreiz kann viele Ursachen haben. Sie reichen von trockener Haut oder Allergien über Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Schuppenflechte bis hin zu inneren Erkrankungen.“, so Dr. Jessica Roth, Ärztin[7].
Tabelle: Ursachen-Cluster, typische Hinweise und was du beobachten kannst
| Ursachen-Cluster | Typische Hinweise | Was du beobachten kannst |
|---|---|---|
| Haut (entzündlich) | Rötung, Schuppung, wiederkehrende Areale | gleichbleibende Stellen, raue Plaques, teils Kratzspuren |
| Infektion (z. B. Pilz, Krätze) | oft charakteristische Verteilung, manchmal Mitbetroffene im Umfeld | randbetonte Herde, neue Stellen an typischen Kontaktzonen, starker Juckreiz |
| Durchblutung und Nerven | venöse Stauung, Missempfindungen | Schweregefühl, Jucken um den Knöchel, Kribbeln oder Taubheit zusätzlich |
| Innerlich (Leber, Niere, Schilddrüse) | weitere Allgemeinzeichen möglich | Juckreiz auch an anderen Körperstellen, evtl. Müdigkeit oder andere Beschwerden |
Wichtig bleibt die Formulierung als Möglichkeiten. Aus dem Juckreiz allein lässt sich ohne Untersuchung keine sichere Zuordnung ableiten.
Was gilt bei Diabetes oder Krebs als Ursache?
Bei Diabetes kann Juckreiz an den Beinen häufiger mit sehr trockener Haut, einer erhöhten Infektneigung oder Nervenschädigungen zusammenhängen und fällt oft an Unterschenkeln und Füßen auf. Bei Krebs ist Juckreiz ein mögliches Begleitsymptom, aber unspezifisch und allein selten richtungsweisend. Wichtig ist immer der Gesamtzusammenhang mit weiteren Beschwerden und Vorerkrankungen.
In Studien wird die Häufigkeit von Juckreiz bei Diabetes mellitus im Bereich von etwa 18,4 % bis 27,5 % beschrieben[8]. Die Spannbreite zeigt, dass Studien sich unterscheiden und Juckreiz viele Einflussfaktoren hat. Ein plausibler Mechanismus ist die Kombination aus trockener Haut und Nervenbeteiligung: „Bei Patienten mit Diabetes Typ 2 wurde ein Zusammenhang zwischen Hauttrockenheit und Nervenschädigungen festgestellt, was Juckreiz begünstigen kann.“ (Stefaniak AA et al)[9].
Diabetes-bezogene Mechanismen und grobe Erkennungsmerkmale
- Sehr trockene Haut (Xerosis): raue Unterschenkel, Schuppen, Spannungsgefühl
- Neuropathie (Nervenschädigung): zusätzlich Kribbeln, Taubheit oder „brennende“ Missempfindungen
- Infekte: wiederkehrende oder hartnäckige Hautprobleme, eventuell zusätzlich Rötung und Empfindlichkeit
Warum Juckreiz allein selten ein Krebs-Hinweis ist
Juckreiz kann in seltenen Fällen als Begleitsymptom im Rahmen von Krebserkrankungen auftreten, ist aber für sich genommen sehr unspezifisch. Aussagekräftiger wird er erst im Zusammenhang mit weiteren neuen Beschwerden, bestehenden Diagnosen oder neuen Medikamenten. Diese Section ist Zusatzwissen, keine Checkliste zur Selbstdiagnose.
Warum jucken Beine abends oder nachts?
Wenn deine Beine abends oder nachts stärker jucken, liegt das oft daran, dass du den Juckreiz in Ruhe deutlicher wahrnimmst und Wärme im Bett die Hautdurchblutung und Hauttemperatur erhöht. Auch Schweiß, trockene Luft und Reibung durch Textilien können dann stärker wirken. Das Muster kann dir Hinweise auf Trigger wie Rasur am Abend oder Waschmittel geben.
Nächtlicher Juckreiz wird häufig berichtet. In einer klinischen Untersuchung mit Menschen mit chronischem Juckreiz berichteten 76 %, dass der Juckreiz besonders nachts auftritt[10]. Das bedeutet nicht, dass es nur eine Ursache gibt, aber es erklärt, warum dein Muster „abends schlimmer“ sehr typisch sein kann.
„Abends stärker“: mögliche Verstärker nach Kategorie
- Aufmerksamkeit: weniger Ablenkung, du nimmst jedes Kribbeln stärker wahr
- Wärme: Bettwärme erhöht Hauttemperatur und Durchblutung
- Schweiß: Feuchtigkeit plus Salz kann die Haut zusätzlich reizen
- Luft: trockene Schlafzimmerluft verstärkt Trockenheit
- Textilien: Reibung durch Pyjama oder Bettwäsche, besonders an Schienbeinen
Als praktische Schlussfolgerung: Wenn es besonders nach Rasur am Abend startet, ist der zeitliche Zusammenhang ein Hinweis. Wenn es nach neuer Bettwäsche oder neuem Waschmittel auffällt, lohnt sich diese Spur.
Was hilft schnell bei juckenden Beinen?
Wenn deine Beine stark jucken, helfen oft schnelle Maßnahmen, die die Haut beruhigen und Reize reduzieren, zum Beispiel Kühlen, Trigger stoppen und eine möglichst milde Reinigung. Welche topische Option sinnvoll ist, hängt davon ab, ob deine Haut vor allem trocken, entzündet oder quaddelig wirkt. Ein zentraler Hebel bei hautgetriebenem Juckreiz ist, die Hautbarriere zu stabilisieren.
Dr. Susan Massick, Dermatologin (MD, FAAD), beschreibt als einfache Soforthilfe: Lege für 5 bis 10 Minuten einen kühlen, feuchten Waschlappen auf die juckende Haut, bis der Juckreiz nachlässt[11]. Das passt gut zur Logik „Reiz runterfahren“, bevor du in eine Juckreizspirale gerätst.
Sofortmaßnahmen nach Ziel
- Kühlen: kühler, feuchter Waschlappen für 5 bis 10 Minuten; bei Bedarf wiederholen
- Reiz stoppen: auslösendes Produkt pausieren, verschwitzte Kleidung wechseln, Reibung reduzieren
- Sanft reinigen: kurz und mild, eher lauwarm als heiß; nicht schrubben
- Kratzarme Alternativen: eher drücken, klopfen oder die Stelle flächig mit der Hand abdecken statt zu kratzen
Tabelle: Hautmuster, Pflege-Strategie und Grenze der Selbstbehandlung
| Hautmuster | Passende Pflege-Strategie (allgemein) | Grenze der Selbstbehandlung (Orientierung) |
|---|---|---|
| Vor allem trocken, schuppig, gespannt | rückfettende, unparfümierte Pflege; kurz duschen, lauwarm | wenn es trotz konsequenter Pflege nicht besser wird oder sich deutlich ausbreitet |
| Entzündlich gerötet, empfindlich | reizarm halten, milde Reinigung, beruhigende Pflege | wenn starke Schmerzen dazukommen oder nässende Stellen entstehen |
| Quaddelig oder geschwollen | Wärme und Reibung reduzieren; beruhigen und beobachten | wenn die Reaktion wiederholt in Wellen kommt oder sehr stark ist |
| Juckreiz ohne sichtbare Zeichen | Trigger im Umfeld prüfen; Haut trotzdem konsequent mild behandeln | wenn der Juckreiz wiederkehrt oder insgesamt unklar bleibt |
Ein wichtiger Hintergrund ist das Barriere-Prinzip: Wenn die äußere Hautschicht stabiler ist, dringen Reize schlechter ein, und die Haut reagiert oft weniger „über“. Von dieser allgemeinen Logik ist es nur ein kurzer Schritt zur konkreten Barrierepflege, die auf physikalischen Schutz setzt.
Wenn dein Juckreiz vor allem von trockener, gereizter oder entzündlicher Haut getrieben ist, ist das Stabilisieren der Hautbarriere der direkteste Hebel. Genau hier setzt medEctoin® von ectocare an: Der Wirkstoff Ectoin bildet einen physikalischen Schutzfilm und hilft der Haut, Reize schlechter eindringen zu lassen. So kann sich die Entzündungskaskade an der Oberfläche beruhigen und der Drang zu kratzen nimmt eher ab. Viele erleben dadurch mehr Kontrolle im Alltag, statt nur auf den nächsten Schub zu reagieren. Du nutzt damit ein steroidfreies Prinzip, das auf Schutz und Barriere setzt, wie ein Schutzschild für die Haut.
Wenn der Juckreiz stark ist, sich ausbreitet, wiederkehrt oder du zusätzlich Schmerzen, Fieber, nässende Stellen oder Schwellungen bemerkst, lass das ärztlich abklären. Setze keine rezeptpflichtigen Mittel ohne ärztliche Anweisung ein.
Wie beugt man Juckreiz an den Beinen vor?
Du beugst Juckreiz an den Beinen am ehesten vor, indem du die Hautbarriere konstant schützt und typische Trigger reduzierst. Dazu gehören kurze, milde Duschen, konsequentes Eincremen, hautfreundliche Kleidung und ein bewusster Umgang mit Rasur, Schweiß und Duftstoffen. Wenn dein Juckreiz wiederkehrend ist, lohnt sich eine Routine, die zu deinen Auslösern passt.
Trockene Haut ist ein sehr häufiger Treiber, besonders mit zunehmendem Alter. Epidemiologische Daten beschreiben trockene Haut bei älteren Menschen in der Gemeinschaft in einer Größenordnung von etwa 55 % bis 85 %[12]. Dazu passen sehr konkrete Präventionsbausteine: Laut NHS, National Health Service, helfen unter anderem unparfümierte Feuchtigkeitscremes und lockere Kleidung aus Baumwolle oder Seide. Außerdem wird empfohlen, zu langes Duschen, parfümierte Seifen und raue Stoffe wie Wolle zu vermeiden[13].
Tabelle: Situation, Ziel und konkrete Präventionsbausteine
| Situation | Ziel | Konkrete Präventionsbausteine |
|---|---|---|
| Nach dem Duschen | Feuchtigkeit „einschließen“ | lauwarm und kurz duschen, danach zügig eincremen, unparfümiert |
| Winter, Heizungsluft | Trockenheit vorbeugen | reichhaltigere Pflege am Schienbein, weniger heiß duschen, sanfte Reinigung |
| Nach Sport | Schweiß und Reibung reduzieren | verschwitzte Kleidung zeitnah wechseln, weiche Stoffe, Reibezonen extra pflegen |
| Rasur-Phasen | Mikroreizungen abpuffern | scharfe Klinge, Rasur in Wuchsrichtung, danach beruhigende, unparfümierte Pflege |
| Empfindlichkeit auf Duftstoffe | Kontaktreiz vermeiden | duftfreie Lotionen, Waschmittel ohne Parfüm, kein Weichspüler oder sehr sparsam |
Checkliste: „Juckreiz-Routine“ bei wiederkehrenden Phasen
- Winter: Dusche kurz und lauwarm, Pflege am Schienbein intensiver
- Sport: Schweiß nicht „trocknen lassen“, Reibungspunkte beobachten
- Rasur: Haut danach besonders reizarm behandeln, Duftstoffe meiden
Wann sollte man mit Juckreiz zum Arzt?
Du solltest Juckreiz an den Beinen ärztlich abklären lassen, wenn er plötzlich stark beginnt, sich ausbreitet, mit Fieber, Schmerzen oder deutlicher Schwellung einhergeht oder wenn die Haut nässt, blutet oder Zeichen einer Infektion zeigt. Auch anhaltender Juckreiz mit Schlafverlust oder ausbleibender Besserung nach Selbsthilfe spricht für einen Termin.
„Gehen Sie zum Arzt, wenn die Ursache unklar ist, der Ausschlag plötzlich auftritt, stark juckt, schmerzt oder Fieber hinzukommt.“, so Dr. Dennis Ballwieser, Arzt[14].
Red Flags (sofort ernst nehmen)
- Atemnot oder Kreislaufprobleme zusammen mit Hautreaktionen
- starke, rasch zunehmende Schwellung, besonders im Gesicht oder an den Beinen
- Fieber, starke Schmerzen oder ein großflächiger, schnell zunehmender Ausschlag
- nässende, eitrige, stark gerötete oder überwärmte Hautareale als Infektzeichen
- Blutungen oder offene Stellen, die nicht zur Ruhe kommen
Zeitkriterien als Orientierung
- Juckreiz hält an oder kommt in klaren Episoden immer wieder
- du verlierst Schlaf, weil der Juckreiz dich regelmäßig weckt
- naheliegende Selbsthilfe bringt keine spürbare Besserung
Das hilft beim Termin (kurze Vorbereitung)
- Wann hat es begonnen, wie hat es sich verändert, wo genau juckt es?
- Welche neuen Produkte gab es: Duschgel, Lotion, Waschmittel, Rasierprodukt?
- Gab es neue Medikamente oder eine Umstellung?
- Welche Begleitsymptome sind dabei: Rötung, Quaddeln, Schuppung, Schmerz, Fieber?
- Welche Vorerkrankungen sind relevant (z. B. Allergien, Hautprobleme, Diabetes)?
Typisch ist, dass die Haut genau angeschaut wird und du gezielt zu Verlauf und möglichen Auslösern befragt wirst. Das hilft, aus dem Symptom „Juckreiz“ die wahrscheinlichste Richtung abzuleiten.
Quellen
- pmc.ncbi.nlm.nih.gov: PMC4524501
- pmc.ncbi.nlm.nih.gov: PMC8678917
- pmc.ncbi.nlm.nih.gov: PMC6828892
- apotheken-umschau.de: Nesselsucht Urtikaria Symptome Ursachen Therapie 742617
- derma.de: S2k Leitlinie Chronischer Pruritus Wenn Jucken Chronisch Wird Leiden Koerper Und Seele Faecheruebergreifendes Leitsymptom Zahlreicher Erkrankungen
- aponet.de: Neurodermitis Fallzahlen Nehmen Deutlich Zu 29136
- apotheken-umschau.de: Juckreiz Was Dahinter Steckt Was Hilft 735909
- pubmed.ncbi.nlm.nih.gov: 36751543
- pmc.ncbi.nlm.nih.gov: PMC8698455
- pmc.ncbi.nlm.nih.gov: PMC4813276
- aad.org: Stop Itchy Skin In Its Tracks
- pmc.ncbi.nlm.nih.gov: PMC4051285
- nhs.uk: Itchy Skin
- apotheken-umschau.de: Was Steckt Hinter Einem Hautausschlag 740669