Starker Juckreiz – Ursachen erkennen & behandeln

Milder Juckreiz am Unterarm mit leichter Rötung und Hand auf der Haut

Im ectocare-Ratgeber erfährst du, was bei starkem Juckreiz sofort hilft und wie du das Problem danach systematisch einordnest, damit du schneller bei einer passenden, ursachenorientierten Behandlung ankommst.

Was tun bei starkem Juckreiz – sofort?

Bei starkem Juckreiz helfen dir sofort Reizstopp und Kälte: Kühle die betroffene Stelle kurz, lege reizende Produkte ab und setze neue Pflege oder Waschmittel pausiert. Halte die Haut trocken-warm statt heiß und vermeide Kratzen. Beobachte, ob es innerhalb von Stunden nachlässt oder wiederkehrt.

Checkliste: Das kannst du sofort tun

  • Kühlen statt reiben: Ein kühles, feuchtes Tuch oder ein Kühlpack in ein dünnes Handtuch wickeln und 5 bis 10 Minuten auflegen. Laut Susan Massick, MD, FAAD, hilft ein kühles, feuchtes Tuch, das man 5 bis 10 Minuten auflegt, bis der Juckreiz nachlässt[1].
  • Reizstopp: Neue Creme, neues Duschgel, neues Waschmittel, Duftsprays, Rasierprodukte oder After-Sun erst einmal weglassen.
  • Lockere, weiche Kleidung: Baumwolle oder glatte Funktionsstoffe, keine Wolle direkt auf der Haut.
  • Lauwarm statt heiß: Kurz duschen, nicht heiß baden. Hitze verstärkt häufig das Jucksignal.

Juckreiz ist häufig, mit einer Prävalenz von 7,5 Prozent bei Männern und 9,2 Prozent bei Frauen[2]. In Studien zeigte Kälte auf der Haut teils eine stärkere Juckreizlinderung als bestimmte äußerliche Anti-Juckreiz-Mittel bei histamininduziertem Juckreiz[2]. Das ist kein Wirkversprechen, aber ein guter Grund, Kühlen als erste, hautschonende Maßnahme zu nutzen.

Akut vermeiden, wenn der Juckreiz „nicht aufhört“

Nahaufnahme feiner Kratzspuren und Rötung (Erythem) am Unterarm bei Juckreiz
  • Kratzen und heißes Wasser
  • Alkoholhaltige Produkte auf der Haut
  • Peelings, Säuren, Retinoide, stark schäumende Reiniger
  • Duftstoffe und ätherische Öle

Entscheidungsbaum: Beobachten, Trigger stoppen oder zeitnah abklären?

Quaddeln (Urtikaria) als blassrote, flach erhabene Hautstellen am Oberarm
  1. Ist der Juckreiz lokal (eine Stelle) oder am ganzen Körper? Wenn lokal, denke eher an Kontakt, Reibung, Insektenstich oder eine lokale Entzündung; wenn am ganzen Körper, notiere zusätzlich Allgemeinsymptome und neue Medikamente für die nächsten Schritte.
  2. Gab es in den letzten 24 bis 48 Stunden einen klaren Trigger (neues Produkt, Sonne, Rasur, Wolle, Schwitzen)? Wenn ja, setze genau diesen Reiz konsequent ab und beobachte, ob es sich binnen 1 bis 2 Tagen beruhigt; wenn nein, weiter zu Punkt 3.
  3. Siehst du Hautveränderungen (Rötung, Quaddeln, Schuppen, Nässen) oder juckt es „nur“? Wenn sichtbar, fotografiere Verlauf und Ort; wenn ohne Ausschlag, notiere Zeitpunkt, Körperstellen und Begleitsymptome besonders genau.
  4. Bessert es sich nach Kühlen und Reizstopp innerhalb von 30 bis 60 Minuten? Wenn ja, führe die Schonung fort und steigere Pflege später vorsichtig; wenn nein, plane eine Abklärung in den nächsten Tagen ein.
  5. Hält es mehrere Tage an oder stört den Schlaf? Wenn ja, ist eine zeitnahe Abklärung sinnvoll; wenn nein, reicht oft Beobachtung plus Trigger-Tagebuch.

Warum kann starker Juckreiz entstehen?

Infografik: Soforthilfe bei starkem Juckreiz mit Kühlen, Reizstopp und Warnhinweis

Starker Juckreiz entsteht am häufigsten durch trockene oder entzündete Haut, Kontaktreaktionen oder Ekzeme, manchmal auch durch Infektionen oder Parasiten. Seltener stecken innere Ursachen dahinter, zum Beispiel Leber-, Nieren- oder Schilddrüsenerkrankungen. Hilfreich ist die Einordnung nach akut oder chronisch sowie lokal oder am ganzen Körper.

Chronischer Juckreiz betrifft in Deutschland etwa 14 Prozent der Bevölkerung[3]. In Hautarztpraxen ist Juckreiz ebenfalls sehr häufig, etwa ein Drittel der Patientinnen und Patienten nennt ihn als Beschwerde[3]. Das macht eine klare Ursachenstruktur praktisch, weil sie dich schneller zu den passenden nächsten Schritten führt.

Häufige Ursachen: Hautbezogen

Gruppe Typische Hinweise (ohne Diagnoseversprechen) Häufige Körperregionen
Trockenheit (Xerose) Spannungsgefühl, feine Schuppung, schlimmer nach Duschen oder im Winter Schienbeine, Unterarme, Flanken
Entzündliche Ekzeme Rötung, Schuppung, manchmal Nässen; häufig schubweise Armbeugen, Kniekehlen, Hände, Gesicht
Kontaktreaktion (irritativ/allergisch) Beginn nach neuem Produkt, Schmuck, Duftstoff, Berufskontakt; oft scharf begrenzt Hände, Hals, Achseln, Gesicht
Urtikaria (Nesselsucht) Quaddeln, die kommen und gehen; oft starkes Jucken überall, häufig Rumpf/Arme
Infektiös/parasität zusätzlich Brennen, Nässen, Krusten; bei Parasiten oft nachts stärker je nach Erreger, oft Hautfalten, Hände, Genitalbereich

Seltener: „Innere“ oder mitbeteiligte Faktoren (Überblick)

Mögliche Auslöser oder Mitverursacher können Erkrankungen von Leber und Galle, Nieren, Schilddrüse, Blut oder Stoffwechsel sein. Auch neurologische oder psychische Faktoren können Juckreiz beeinflussen, vor allem wenn wenig an der Haut zu sehen ist.

Merkhilfe: 2 Achsen für die Einordnung

  • Akut vs. chronisch: plötzlich nach einem Trigger oder über Wochen wiederkehrend.
  • Lokal vs. generalisiert: nur an einer Kontaktstelle oder an vielen Körperstellen gleichzeitig.

Wenn trotz Beobachtung und (späterer) Abklärung keine eindeutige Ursache gefunden wird, hilft ein pragmatisches Vorgehen: Muster im Alltag notieren, mögliche Trigger eingrenzen und den Verlauf mit Fotos dokumentieren.

Was bedeutet Pruritus eigentlich?

Pruritus ist der medizinische Begriff für Juckreiz mit dem starken Drang zu kratzen, auch an Schleimhäuten. Von chronischem Pruritus spricht man meist, wenn er länger als sechs Wochen besteht. Kratzen kann den Juckreiz kurzfristig überdecken, verstärkt aber oft Reizung und Entzündung, sodass ein Juckreiz-Kratz-Kreislauf entsteht.

Pruritus ist eine Sinnesempfindung der Haut oder Schleimhäute, verbunden mit dem Drang zu kratzen, und ein häufiges Symptom, das bei vielen Hautkrankheiten eine zentrale Rolle spielt (Krefting F.)[4].

Auch bei Erwachsenen ist das kein Randthema: In Deutschland werden etwa 13 Prozent chronischer Juckreiz berichtet[5].

Mini-Glossar

  • Pruritus: medizinischer Begriff für Juckreiz.
  • Akut: kurzfristig, oft triggerbezogen.
  • Chronisch: meist länger als 6 Wochen.
  • Juckreiz-Kratz-Zyklus: Kratzen lindert kurz, reizt die Haut aber weiter, was den nächsten Juckreiz-Schub wahrscheinlicher macht.

Wenn du nach „Pruritus-Behandlung“ suchst, ist der wichtigste Punkt: Es gibt nicht die eine Lösung, weil Pruritus ein Symptom ist. In der Praxis wird fast immer parallel an der Ursache und an der Hautreaktion gearbeitet, ohne dass du dafür sofort jedes Detail kennen musst.

Was, wenn die Haut juckt und brennt?

Wenn deine Haut gleichzeitig juckt und brennt, spricht das oft für eine gereizte oder entzündete Hautbarriere, zum Beispiel nach Überpflege, Sonne, Kontaktstoffen oder bei Ekzemen. Dann zählt zuerst Reizreduktion: weniger Produkte, milde Reinigung und kühle, beruhigende Maßnahmen. Brennen ist ein Hinweis, dass die Haut schneller überreagiert.

Bei chronisch-entzündlichen Hauterkrankungen berichten über 40 Prozent der Betroffenen neben Juckreiz auch über Schmerzen oder Brennen der Haut[4]. Das heißt nicht, dass Brennen immer eine Entzündungskrankheit ist, es passt aber oft zu einer überreizten, „offenen“ Hautbarriere.

Typische Auslöser-Kombinationen (Praxisliste)

  • zu häufiges Waschen oder langes Duschen, dazu trockene Raumluft
  • Peelings, Säuren oder Retinoide, dazu Sonne oder Sport mit Schwitzen
  • Rasur, danach parfümierte Produkte oder alkoholhaltige Sprays
  • Duftstoffe, neue Kosmetik, Waschmittelwechsel oder Wolle auf nackter Haut
  • Ekzem-Schub mit zusätzlicher Reibung durch enge Kleidung

48‑Stunden‑Reizdiät (ohne Medikamente)

  1. Produkte radikal reduzieren: nur milder Reiniger, sonst nichts Neues starten.
  2. Lauwarm und kurz reinigen: kein Rubbeln, nur sanft abtupfen.
  3. Kühlen bei Brennen: 5 bis 10 Minuten, dann Pause.
  4. Keine „aktiven“ Extras: keine Peelings, keine Duftstoffe, keine stark okklusiven Experimente, wenn deine Haut auf alles brennt.

„Starkes Kratzen lindert kurz, fördert aber Entzündungen und weiteren Juckreiz, ein Teufelskreis (Juck‑Kratz‑Zirkel), der die Haut schädigt und das Brennen oder leichte Schmerzen verstärken kann“, so Hartmut Ständer, Kompetenzzentrum Chronischer Pruritus (KCP), Universitätsklinikum Münster[6].

Wie wird die Ursache abgeklärt?

Die Ursache wird vor allem über deine Angaben und den Hautbefund eingegrenzt: Dauer, Ort, Tagesverlauf, mögliche Trigger, neue Medikamente und Begleitsymptome liefern die wichtigsten Hinweise. Je nach Verdacht folgen gezielte Untersuchungen, etwa Allergietests oder Laborwerte. Auch Juckreiz ohne sichtbaren Ausschlag kann relevante Ursachen haben.

Eine strukturierte Erhebung lohnt sich auch deshalb, weil Pruritus im Schnitt mit 1,6‑mal höheren ambulanten Gesundheitskosten verbunden ist[6]. Das ist kein Alarmzeichen, aber ein Hinweis, dass systematisches Vorgehen und das Erfassen der Belastung sinnvoll sind.

Checkliste: Das solltest du dir vor einer Abklärung notieren

  • Beginn: plötzlich oder schleichend, seit wann genau
  • Dauer und Verlauf: täglich, schubweise, nachts stärker, nach Duschen/Sport stärker
  • Ort: lokal oder am ganzen Körper, symmetrisch oder nur ein Areal
  • Mögliche Trigger: neue Pflege, Waschmittel, Kleidung, Sonne, Rasur, Schwitzen
  • Neue Medikamente oder Dosisänderungen: auch „harmlose“ Präparate notieren
  • Begleitsymptome: Brennen, Schmerzen, Fiebergefühl, Schlafverlust
  • Exposition: Reisen, neue Haustiere, Kontaktpersonen mit Juckreiz

Je nach Verdacht folgt die Untersuchung der Haut (Muster, Verteilung), manchmal eine Blickdiagnostik mit Hilfsmitteln, und bei bestimmten Fragestellungen ein Abstrich oder Hautgeschabsel. Wenn kaum etwas auf der Haut zu sehen ist, wird häufig breiter gedacht, weil Juckreiz ohne Ausschlag auch andere Ursachen haben kann.

Praktisch für den Termin: Fotos (bei wechselnden Hautveränderungen), eine Produktliste (Pflege, Waschmittel, Parfüm), eine Medikamentenliste und ein kurzes Symptomtagebuch.

Welche Behandlungen helfen wirklich?

Wirksame Behandlungen hängen davon ab, wodurch dein Juckreiz ausgelöst wird: Bei entzündlicher Haut geht es vor allem darum, Entzündung zu senken und die Hautbarriere zu stabilisieren, bei Allergie um das Dämpfen der Reaktion, bei Infektionen um die gezielte Erregerbehandlung. Bei chronischem Pruritus wird oft stufenweise vorgegangen.

Auswertungen zur Stufentherapie zeigen, dass circa 70 Prozent profitieren, fast 60 Prozent ein gutes bis sehr gutes Ansprechen erreichen, und etwa 30 Prozent keine effektive Therapie finden[7]. Das hilft beim Erwartungsmanagement: Es gibt viele wirksame Ansätze, aber nicht jede Maßnahme passt zu jeder Ursache.

Auch spezielle Therapieansätze werden je nach Situation geprüft: Der Einsatz von Naltrexon bei therapieresistentem Juckreiz wird so beschrieben: Bei 143 therapieresistenten Patienten wurde es eingesetzt, und bei 86 Patienten besserte sich der Juckreiz erheblich (Florence Dalgart)[2]. Das ist ein Studienbefund, keine Selbstbehandlung.

Vergleichsmatrix: Was passt wozu?

Ursache/Typ Ziel Beispiele (Wirkstoffklassen/Verfahren) Setting Grenzen, wenn nicht passend
Entzündlich (ekzematisch, barrieregetrieben) Entzündung senken, Haut beruhigen topische Entzündungshemmer, rückfettende Basistherapie, Phototherapie (je nach Fall) teils OTC (Basis), teils ärztlich wenn großflächig, stark nässend oder ohne Besserung trotz konsequenter Pflege
Allergisch/urtikariell Histaminreaktion dämpfen, Trigger meiden Antihistaminika, Trigger-Management, ggf. weitere antiallergische Strategien teils OTC, teils ärztlich wenn Quaddeln wiederkehren oder länger anhalten, oder Auslöser unklar bleibt
Infektiös/parasität Erreger gezielt behandeln Antimykotika/Antibiotika (je nach Erreger), antiparasitäre Therapien meist ärztlich wenn andere mitjucken, wenn Läsionen sich ausbreiten oder stark nässen
Trockenheitsbedingt Barriere stabilisieren, Reizschwelle erhöhen rückfettende Emollienzien, feuchtigkeitsbindende Pflege, Triggerreduktion (Hitze, Trockenluft) OTC wenn starker Juckreiz trotz Pflege bleibt oder der Juckreiz generalisiert ist
Systemisch/unklar Ursache finden, Symptome kontrollieren ursachenbezogene Behandlung, ggf. juckreizmodulierende Systemtherapien ärztlich wenn keine Hautzeichen vorliegen, der Verlauf anhält oder zusätzliche Beschwerden auftreten

Was bedeutet „Stufentherapie“ im Alltag?

  • Es wird nicht „blind“ behandelt, sondern schrittweise nach Ursache und Schwere angepasst.
  • Oft startet man mit Maßnahmen, die gut verträglich sind und die Haut beruhigen.
  • Wenn das nicht reicht, kommen je nach Verdacht gezieltere Verfahren dazu.

Wenn dein Juckreiz vor allem von trockener, gereizter oder entzündlicher Haut getrieben ist, ist der nächste logische Schritt nach dem Akut-Management eine Barrierestrategie, die du gut verträgst und langfristig durchhalten kannst.

Wenn dein Juckreiz vor allem von trockener, gereizter oder entzündlicher Haut getrieben ist, ist das Stabilisieren der Hautbarriere der direkteste Hebel. Genau hier setzt medEctoin® aus dem ectocare-Portfolio an: Der Wirkstoff stabilisiert die Barriere physikalisch und hilft so, Reize draußen zu halten und die Entzündungskaskade am Ursprung zu beruhigen. Du kannst dir das wie ein Schutzschild für die Haut vorstellen. Das Konzept ist steroidfrei und ohne Gewöhnungseffekt angelegt. So wird Barrieretherapie zu einem klaren, gut verträglichen Prinzip, wenn du eine entzündliche Hautreaktion langfristig beruhigen willst.

Wenn Juckreiz neu, sehr stark, generalisiert oder anhaltend ist, oder wenn du unsicher bist, lass die Ursache ärztlich abklären. Setze verschreibungspflichtige Therapien nicht eigenständig ab oder um.

Wie kann ich Juckreiz vorbeugen?

Du kannst Juckreiz oft vorbeugen, indem du deine Hautbarriere konsequent schonst: mild reinigen, regelmäßig rückfettend eincremen und Duftstoffe sowie aggressive Tenside meiden. Halte Trigger wie Hitze, Schwitzen und kratzige Textilien klein und baue Routinen ein, die Kratzen nachts erschweren. So reduzierst du Reizspitzen im Alltag.

Laut der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft können Schweiß sowie grobe, raue Stoffe Juckreiz auslösen, und regelmäßig eincremen kann vorbeugen, besonders auch nach häufigem Händewaschen oder Desinfizieren[8].

Bei Ekzemen kann der natürliche Feuchthaltefaktor der Haut deutlich vermindert sein, mit bis zu 85 Prozent weniger Harnstoff in ekzemerkrankter Haut und etwa 70 Prozent weniger bei Neurodermitis[9]. Das erklärt, warum konsequente Feuchtigkeitspflege und Rückfettung im Alltag so oft den Unterschied machen.

Tabelle: Trigger und alltagstaugliche Gegenmaßnahmen

Trigger Warum er juckt Konkrete Gegenmaßnahme
Hitze und Schwitzen Wärme und Salz reizen, Reibung nimmt zu nach Sport kurz lauwarm abduschen, Kleidung wechseln, Haut trocken tupfen
Kratzige Textilien (z. B. Wolle) mechanische Reizung Baumwolle direkt auf der Haut, Wolle nur als äußere Schicht
Zu heißes Duschen entfettet, erhöht Trockenheit 5 bis 10 Minuten lauwarm duschen, danach zeitnah eincremen
Duftstoffe können irritieren oder Kontaktreaktionen triggern parfümfreie Produkte, neues Produkt einzeln testen
Rasur Mikroverletzungen, Reibung Klinge/Elektrorasierer schonend, danach milde, reizfreie Pflege

Checkliste: Abendroutine gegen nächtliches Kratzen

  • Fingernägel kurz halten und Kanten glätten
  • Schlafzimmer eher kühl halten
  • weiche Baumwollkleidung, ggf. dünne Baumwollhandschuhe
  • feste Routine: kurz lüften, lauwarm waschen, dann eincremen

Spezialfall Hände

Wenn du häufig wäschst oder desinfizierst, ist die Reihenfolge entscheidend: sanft reinigen, gut abtrocknen, dann rückfettend pflegen. Das reduziert Trockenheitsspitzen, die tagsüber sonst schnell wieder Juckreiz auslösen.

Wann muss ich zum Arzt?

Du solltest ärztliche Hilfe suchen, wenn Juckreiz sehr plötzlich und heftig beginnt, wenn du dich insgesamt krank fühlst oder wenn starke Hautreaktionen rasch zunehmen. Auch wenn der Juckreiz länger anhält, dich am Schlaf hindert oder am ganzen Körper auftritt, ist eine Abklärung sinnvoll. Für Kinder, Schwangere und Menschen mit geschwächtem Immunsystem gilt eine niedrigere Schwelle.

Triage: Sofort, zeitnah oder bei nächster Gelegenheit

  • Sofort: Atemnot, Schwellungen (z. B. Lippen/Gesicht), Kreislaufprobleme, Fieber, starke Schmerzen, großflächige Blasen oder starkes Nässen, sehr schnelle Ausbreitung.
  • Zeitnah (in den nächsten Tagen): Juckreiz am ganzen Körper, wiederkehrende Episoden, deutlicher Schlafverlust, anhaltender Verlauf über Wochen.
  • Bei nächster Gelegenheit: milde, klar triggerbare Reizung, die sich unter Schonung sichtbar beruhigt, aber du möchtest Ursachen (z. B. Kontaktstoffe) langfristig klären.

„Bei akuten, starken Reaktionen (z. B. sehr plötzlich auftretender heftiger Ausschlag, Atemnot) sofort Arzt oder Notaufnahme; generell: bei sehr heftigem, plötzlichem oder langanhaltendem Ausschlag ärztliche Abklärung suchen“, so Prof. Dr. Kreuter[10].

Bis zum Termin helfen dir kurze Notizen: Beginn, Verlauf, mögliche Auslöser, Fotos und eine Liste neuer Produkte oder Medikamente.


Quellen

  1. aad.org: Stop Itchy Skin In Its Tracks
  2. aerzteblatt.de: Fade2ed5 567c 4432 B2d0 Af490d946505
  3. gesund.bund.de: Chronischer Juckreiz Pruritus
  4. pmc.ncbi.nlm.nih.gov: PMC9156458
  5. ukw.de: Signalwege Von Schmerz Und Juckreiz
  6. register.awmf.org: 013 048
  7. aerzteblatt.de: Pruritusambulanz Wenn Das Jucken Kein Ende Nimmt 1bffec8c E698 455f 965b 5d0538e7e1c4
  8. allergieinformationsdienst.de: Risikofaktoren
  9. daab.de: Hautpflege Was Bewirkt Harnstoff
  10. helios-gesundheit.de: Hautausschlag

FAQ

Kann starker Juckreiz auch ohne Ausschlag auftreten?
Warum wird Juckreiz abends oder nachts oft schlimmer?
Kann Stress Juckreiz verstärken?
Welche Produkte verschlimmern gereizte Haut am häufigsten?
Wie lange sollte ich kühlen, ohne die Haut zu reizen?
Ist starker Juckreiz ansteckend?
Was kann ich tun, wenn ich unbewusst kratze und die Haut wund wird?

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Lena Hofmann

Lena Hofmann

Lena Hofmann verbindet kosmetische Hautpflege-Expertise mit medizinischer Redaktion. Ihre Themen sind trockene Haut, Juckreiz, Hautirritationen, Kopfhautpflege und allgemeine Hautgesundheit – auch bei Babys und Kindern. Ihr Fokus liegt auf praxisnahen, gut verträglichen Pflegestrategien für empfindliche und gereizte Haut im Alltag.

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