Im ectocare-Ratgeber erfährst du, welche Hausmittel bei Juckreiz schnell und möglichst hautschonend helfen. Im Fokus stehen Sofortmaßnahmen wie Kühlen, Reizreduktion und sanfte Pflege, weil sie den Juckreiz oft bremsen, ohne die Haut zusätzlich zu stressen.
Was hilft sofort gegen Juckreiz – als Soforthilfe?
Als schnelle Soforthilfe gegen Juckreiz helfen dir vor allem Kühlen, das Stoppen des Auslösers und sanfte Pflege, weil dadurch weniger Reize in die Haut gelangen. Vermeide Kratzen, auch wenn es kurz erleichtert. Nutze lieber kurze, alltagstaugliche Schritte, die die Haut nicht zusätzlich reizen.
5 Sofortmaßnahmen in sinnvoller Reihenfolge
Laut Priv.-Doz. Dr. Dr. Andreas Kremer, Internist und Leiter der internistischen Notaufnahme am Universitätsklinikum Erlangen, hilft Kratzen nur kurz und verstärkt den Juckreiz langfristig, deshalb empfiehlt er Kühlen und Pflege statt Kratzen[1].
- Stoppen: Unterbrich den Reiz sofort, zum Beispiel Kontaktstoff mit lauwarmem Wasser abspülen, Schmuck ablegen oder kratzige Kleidung lockern.
- Kühlen: Kühle kurz und gezielt, zum Beispiel mit einem kühlen, feuchten Tuch für ein paar Minuten. Lege immer eine Stoffschicht dazwischen, wenn das Kühlende sehr kalt ist.
- Schützen: Reduziere Reibung, zum Beispiel durch weiche, lockere Kleidung oder indem du die Stelle mit einem sauberen Stoff bedeckst.
- Pflegen: Trage eine milde, unparfümierte Pflege auf, wenn die Haut trocken oder gespannt wirkt. Das kann den Reiz von außen reduzieren.
- Ablenken: Wenn der Juckimpuls kommt, ersetze Kratzen durch Drücken oder Auflegen der flachen Hand, oder beschäftige die Hände kurz bewusst.
Unterwegs, ohne Bad und Hausapotheke
- Spüle die Stelle kurz mit kühlem Wasser ab, wenn du einen Auslöser vermutest.
- Nutze eine Stoffbarriere gegen Reibung, zum Beispiel ein sauberes Taschentuch im Ärmel, ein weiches Shirt oder lockere Kleidung.
- Geh wenn möglich kurz an einen kühleren Ort, weil Wärme den Juckreiz häufig verstärkt.
Sicher kühlen: worauf du achten solltest
Kühlen ist sinnvoll, wenn die Haut „reizig“ ist und du schnell runterregulieren willst. Zu kalt oder zu lange kann aber selbst wieder reizen. Kühle deshalb kurz, nie „eiskalt“ direkt auf der Haut, und nicht riskant, wenn du dort offene Stellen hast oder das Gefühl an der Stelle deutlich vermindert ist.
Entscheidungsbaum: Welche Soforthilfe passt jetzt?
- Ist die Stelle heiß, stark geschwollen oder nässt sie? Dann nicht experimentieren, siehe Abschnitt „Wann sollte ich mit Juckreiz zum Arzt?“. Wenn nein, weiter zu 2.
- Ist der Juckreiz großflächig oder am ganzen Körper? Dann siehe Abschnitt „Wann sollte ich mit Juckreiz zum Arzt?“. Wenn nein, weiter zu 3.
- Gibt es Atemnot, Schwellung im Gesicht oder Kreislaufprobleme? Dann siehe Abschnitt „Wann sollte ich mit Juckreiz zum Arzt?“. Wenn nein, weiter zu 4.
- Ist die Haut offen oder aufgekratzt? Dann kurz kühlen über Stoff, Reibung stoppen, danach sehr mild schützen, nichts Säurehaltiges. Wenn nein, weiter zu 5.
- Ist es eher trocken und schuppig oder eher wie Quaddeln und „allergisch“? Wenn trocken-schuppig, kühlen plus sanft rückfettend pflegen. Wenn quaddelig, kühlen, lockere Kleidung, Wärme reduzieren.
Was löst Juckreiz aus – und was nicht?

Juckreiz entsteht oft durch trockene oder gereizte Haut, Kontaktallergien, Insektenstiche, Ekzeme oder Infektionen, seltener durch Medikamente oder systemische Erkrankungen. Du kannst grob nach Verlauf und Ausbreitung einordnen, ob eher ein lokaler Auslöser dahintersteckt. Hausmittel passen meist eher bei klar lokaler, milder Reizung.
Häufige Auslöser: kompakt und strukturiert
| Auslöser-Kategorie | Typischer Verlauf | Typische Ausbreitung | Häufige Hinweise |
|---|---|---|---|
| Trockene Haut | eher schleichend über Tage | oft Schienbeine, Arme, Hände | Spannungsgefühl, feine Schuppung, schlimmer nach Duschen |
| Kontaktreiz oder Kontaktallergie | oft plötzlich nach Kontakt | genau am Kontaktort | Rötung, Brennen, Juckreiz unter Uhr, Pflaster, Kosmetik |
| Insektenstiche | plötzlich | punktuell, teils in Gruppen | kleine Erhebungen, oft an Unterschenkeln oder Armen |
| Ekzem, z.B. Neurodermitis | schubweise | Beugen, Hals, Hände, Gesicht möglich | trockene Plaques, wiederkehrende Muster, oft abends stärker |
| Infektionen (z.B. Pilz, Skabies, bakterielle Entzündung) | zunehmend, teils anhaltend | je nach Erreger | kann nässen, sich ausbreiten, teils ansteckend |
| Medikamente oder innere Ursachen | eher neu nach Start oder schleichend | oft generalisiert | Juckreiz ohne klaren Hautkontakt-Trigger möglich |
| Stress | meist Verstärker | variabel | Juckreiz wird in Ruhe oder abends bewusster |
Einordnung nach Verlauf hilft, ohne zu „diagnostizieren“
- Plötzlich und lokal spricht eher für einen Kontaktreiz, einen Stich oder eine akute Reaktion.
- Schleichend und wiederkehrend passt häufiger zu trockener Haut oder Ekzemmustern.
- Mit sichtbarem Ausschlag ist die Haut meist direkt beteiligt. Ohne Ausschlag kann trotzdem Juckreiz entstehen, aber die Einordnung ist oft schwieriger.
Was wird oft fälschlich verdächtigt?
- „Nur trockene Luft“ ist selten allein der Grund, sie wirkt eher als Verstärker, wenn die Hautbarriere sowieso gestresst ist.
- „Nur Stress“ ist häufig ein Verstärker, aber nicht immer die einzige Ursache.
Trigger-Prioritäten bei Neurodermitis: praktisch fürs Alltagsscreening
Bei Neurodermitis berichten sehr viele Betroffene, dass Schwitzen den Juckreiz verstärkt, und auch trockene Haut und Stress werden häufig als Trigger genannt[2]. Für den Alltag heißt das: Wärme und Schweiß, Barriere-Stress durch Trockenheit, sowie Reibung und irritierende Stoffe sind oft die ersten Stellschrauben.
Kurz-Spotlight: Juckreiz im Analbereich
Dr. Dietmar Jacob, Proktologe, beschreibt, dass Juckreiz am After häufig durch Analekzeme verursacht wird und abends stärker sein kann, weil die Ablenkung durch den Tag fehlt[3]. Das Muster ist oft anders als bei „normalem“ Juckreiz am Arm oder Bein.
Woran du dich orientieren kannst, ohne zu übertreiben
- Eher passend für Hausmittel: klar lokal, mild, gut zuzuordnen, ohne starke Entzündungszeichen.
- Eher nicht passend: unklar, ausbreitend, sehr stark oder ohne erkennbaren Auslöser.
Welche Hausmittel helfen gegen Juckreiz?
Gegen Juckreiz helfen dir als Hausmittel vor allem kühlende Anwendungen und reizarmes Pflegen, zum Beispiel Hafer, Aloe vera oder fettreiche Öle, wenn die Haut trocken und empfindlich ist. Säurehaltige Mittel wie Essig können bei manchen Reizungen passen, können aber auch brennen. Trendmittel wie Backpulver solltest du besonders vorsichtig einordnen.
Hausmittel nach Hautbild sortiert

1) Trocken und schuppig (Barriere gestresst)- Kühle Umschläge zur schnellen Beruhigung.
- Fettreiche, einfache Öle als Schutzfilm, wenn du sie gut verträgst.
- Hafer-Anwendungen (zum Beispiel als Haferbad) werden oft als beruhigend erlebt.
2) Gereizt und gerötet (überreizt, „zu viel“ auf der Haut)- Kühlung und konsequentes Weglassen von Reizstoffen.
- Aloe vera kann sich angenehm anfühlen, wenn du sie verträgst und die Haut nicht offen ist.
3) Quaddelig, plötzlich, „allergieähnlich“Akute Nesselsucht tritt bei ungefähr einem Fünftel der Menschen in Deutschland irgendwann im Leben mindestens einmal auf[4]. Für dieses Muster sind einfache, reizreduzierende Schritte oft naheliegend, zum Beispiel lockere Kleidung und kühles Duschen, weil Wärme und Druck Quaddeln häufig verstärken.
Warum Hausmittel subjektiv helfen können
- Kühlung senkt den „Alarmpegel“ der Nerven in der Haut.
- Feuchtigkeit binden kann Trockenheitsreize dämpfen.
- Schutzfilm reduziert Reibung und Kontakt mit potenziell reizenden Stoffen.
- Reizverdünnung (Abspülen) entfernt Kontaktstoffe.
Essig: sinnvoller Gedanke, aber häufige Fehler

Verdünnter Apfelessig wird manchmal genutzt, weil die Haut einen leicht sauren pH-Wert hat. In der Praxis scheitert es oft daran, dass es zu konzentriert ist oder auf gereizter Haut sofort brennt. Wenn es brennt oder die Haut offen ist, ist das ein klares Stoppsignal.
Backpulver gegen Juckreiz: kritisch einordnen
Backpulver wird als „Trendmittel“ empfohlen, kann die Haut aber über den pH-Effekt zusätzlich stressen. „Viel hilft viel“ ist hier besonders riskant. Wenn du etwas ausprobieren willst, starte lieber mit sanfter Kühlung und reizarmen, einfachen Anwendungen.
Vergleichsmatrix: welches Hausmittel passt, und wann lieber nicht?
| Hausmittel | Passt besonders bei | So anwenden (kurz) | Wann nicht | Risiko, typische Reizung |
|---|---|---|---|---|
| Kühle Umschläge | akuter Juckimpuls, Hitzegefühl, nach Stich | kurz kühlen, Stoff dazwischen | offene, nässende Stellen | zu kalt oder zu lang kann zusätzlich reizen |
| Kühles Duschen | quaddelig, „überhitzt“, nach Schwitzen | kurz und eher kühl | Frieren, Kreislaufprobleme | zu häufig kann austrocknen |
| Hafer (Bad, Umschlag) | trocken, empfindlich, „rau“ | als mildes Bad oder Brei-Umschlag | bekannte Hafer-Allergie | selten Kontaktreaktion, bei zu langem Baden Austrocknung |
| Aloe vera | gereizt, gerötet, warm | dünn auf intakte Haut | offene Stellen, Brennen | Alkoholhaltige Gele können brennen |
| Honig | punktuell trocken und irritiert | dünn, kurzzeitig, danach abspülen | nässend, stark entzündet | klebrig, kann reizen, Allergierisiko |
| Pflanzliche Öle (einfach) | trocken-schuppig, Reibung | dünn als Schutzfilm | akneanfällig, Duftstoff-Öle | kann bei manchen „stauen“ oder irritieren |
| Verdünnter Apfelessig | einzelne Reizungen, wenn gut verträglich | stark verdünnt, kurz testen | offene Haut, stark gerötet | Brennen, zusätzliche Reizung möglich |
| Backpulver (Trendmittel) | wenn überhaupt nur sehr vorsichtig | erst Alternativen testen | empfindliche, gerötete Haut | pH-bedingte Reizung, Austrocknung |
5 typische Fehler bei Hausmitteln
- Auf offene oder nässende Haut auftragen.
- Zu heiß baden oder duschen.
- Zu aggressiv reiben oder „abschmirgeln“.
- Zu oft wiederholen, bis die Haut austrocknet.
- Duftstoffe, ätherische Öle oder alkoholhaltige Zusätze nutzen.
Welche Salbe hilft bei starkem Juckreiz?
Bei starkem Juckreiz hängt die passende Salbe vor allem davon ab, wie deine Haut aussieht: Bei trockener Haut stehen rückfettende, barrierestärkende Grundlagen im Vordergrund, bei entzündeter Haut eher antientzündliche Konzepte, und bei kurzfristiger Linderung manchmal lokal antipruritische Ansätze. Wichtig ist, dass du Produkte wählst, die die Haut nicht zusätzlich reizen.
Wirkprinzipien als Kategorien
- Rückfettend und barrierestabilisierend: sinnvoll, wenn die Haut trocken, rau und spannig ist.
- Antientzündlich: eher passend, wenn die Haut deutlich gerötet und entzündet wirkt.
- Lokal juckreizstillend: kann kurzfristig helfen, ist aber nicht automatisch hautfreundlich.
„Dr. Kabbur von der Cleveland Clinic empfiehlt, bei Ekzemen auf rezeptfreie Anti-Juckreiz-Salben und Sprays zu verzichten, da diese die Haut zusätzlich reizen können.“, so Dr. Kabbur, Arzt, Cleveland Clinic[5].
Entscheidung nach Hautzustand (praktisch, ohne Markenlogik)
| Hautbild | Hauptziel | Was oft passt | Was oft problematisch ist |
|---|---|---|---|
| Trocken, schuppig | Barriere entlasten | einfache, rückfettende Basispflege, wenig Inhaltsstoffe | stark parfümierte oder alkoholhaltige Produkte |
| Gerötet, entzündet | Entzündung beruhigen | antientzündliche Konzepte nach ärztlichem Plan | wechselnde „Anti-Juckreiz“-Experimente, die brennen |
| Nässt, krustet, wirkt infiziert | Haut schützen, Ursache klären | milde, reizfreie Übergangspflege um die Stelle herum | Okklusion und „Hausmischungen“ direkt auf die Läsion |
Warum Wirkungen variieren können
In einer Studie berichtete ein Teil der Patienten, dass der Juckreiz unter einer bestimmten entzündungshemmenden Salbe innerhalb weniger Tage vollständig nachließ (20 %)[6]. Das ist ein gutes Beispiel dafür, dass Ansprechen sehr unterschiedlich sein kann, und dass die Auswahl nach Hautbild und Verträglichkeit wichtiger ist als „das eine“ Mittel.
Von der Barriere-Idee zur konkreten Option
Wenn Juckreiz immer wieder aufflammt, ist oft nicht nur „zu wenig Wirkstoff“ das Thema, sondern eine Haut, die Reize schlecht abpuffert. Dann kann eine Barriere-fokussierte, steroidfreie Pflege ein sinnvoller, ruhiger Gegenpol sein.
Wenn dein Juckreiz vor allem von trockener, gereizter oder entzündlicher Haut getrieben ist, ist Barriere-Therapie der direkte Hebel. Genau hier setzt medEctoin® von ectocare an: Der Wirkstoff stabilisiert die Hautbarriere physikalisch und hilft so, dass weniger Reize eindringen und die Entzündungskaskade früher abflaut. Du nutzt damit ein steroidfreies Wirkprinzip, das ohne Gewöhnungseffekt auskommt und für die ganze Familie geeignet ist. Als Schutzschild für die Haut kann das besonders dann sinnvoll sein, wenn du wiederkehrende Schübe hast und eine konsequent barrierefreundliche Pflege suchst.
Keine Diagnose: Starker, neu auftretender oder großflächiger Juckreiz kann verschiedene Ursachen haben. Wenn die Haut nässt, eitrig ist, stark schmerzt oder du unsicher bist, gehört das ärztlich abgeklärt.
Was hilft nachts gegen Juckreiz?
Nachts hilft dir gegen Juckreiz vor allem, Wärme, Schweiß und Reibung zu reduzieren und die Haut vor dem Schlafen reizarm zu beruhigen. Halte das Schlafzimmer eher kühl, wähle weiche Textilien und plane eine kurze Abendroutine mit Pflege und kühlen Maßnahmen. Wenn dich der Juckreiz regelmäßig aus dem Schlaf reißt, ist das ein wichtiger Hinweis für die Einordnung.
Checkliste: Schlafzimmer-Setup
- Temperatur: eher kühl schlafen, nicht überheizen.
- Textilien: weiche, glatte Stoffe, die wenig reiben.
- Luft: trockene Luft kann verstärken, regelmäßiges Lüften hilft vielen.
Abendroutine in 4 Schritten
- Sanft reinigen: kurz, mild, nicht heiß.
- Pflege-Timing: zeitnah nach dem Abtrocknen eine reizarme Pflege auftragen.
- Kurz kühlen: gezielt und kurz, wenn es „hochfährt“.
- Plan für den Impuls: statt Kratzen lieber drücken, auflegen oder kurz kühlen.
Wenn du nachts aufwachst: 3 kratzfreie Alternativen
- Flache Hand fest auflegen oder die Stelle kurz abdrücken.
- Einen kühlen Stoff kurz auflegen.
- Position wechseln und Reibung reduzieren, zum Beispiel Ärmel glätten oder Decke lockern.
Bei Neurodermitis empfinden viele Betroffene Juckreiz als das belastendste Symptom, was erklärt, warum Schlaf und Stimmung stark betroffen sein können[7].
Zur Linderung und Beruhigung des Juckreizes kann in Absprache mit dem Arzt oder der Ärztin abends ein sedierendes, also ein müde machendes Antihistaminikum eingenommen werden (aha! Allergiezentrum Schweiz, Allergiezentrum)[8].
Was hilft bei Juckreiz am After?
Bei Juckreiz am After helfen dir meist schonende Hygiene, Trockenheit statt Feuchtigkeit und das Vermeiden von Reizstoffen, weil die Haut dort sehr empfindlich ist. Setze auf sanftes Reinigen, weiche Materialien und kurze, nicht reizende Maßnahmen zur Beruhigung. Aggressive Seifen, starkes Wischen oder experimentelle Selbstbehandlungen machen es häufig schlimmer.
Einordnung: was im Analbereich häufig dahintersteckt
Im Alltag sind häufige Verstärker Feuchtigkeit, Stuhlreste, ein Analekzem, Hämorrhoiden, Pilz oder auch Überpflege. Ein großer Teil der Fälle von Afterjucken hängt mit Hautreizung durch Stuhlreste zusammen, nicht mit „zu wenig Pflege“ (bis zu 90 %)[9]. Das spricht für ein klares Prinzip: sanft sauber bekommen, danach trocken halten.
Sofortmaßnahmen, die dort oft am meisten bringen
- Sanft reinigen: möglichst ohne aggressive Zusätze.
- Trocken halten: Feuchtigkeit ist ein häufiger Treiber.
- Reibung reduzieren: weiche, atmungsaktive Unterwäsche und nicht zu eng.
Tabelle: Auslöser im Analbereich, Alltagsfalle, sanfte Alternative
| Typischer Auslöser | Häufige Alltagsfalle | Sanfte Alternative |
|---|---|---|
| Stuhlreste + Reizung | starkes Reiben mit trockenem Papier | sanftes Reinigen mit Wasser, danach trocken tupfen |
| Überpflege | Seife, Duschgel, häufiges Schrubben | nur mild reinigen, ohne Duftstoffe, ohne Rubbeln |
| Feuchtigkeit | schwitzende, enge Kleidung | lockere Baumwollunterwäsche, trockenes Wechseln |
| Irritierende Produkte | feuchtes Toilettenpapier mit Zusätzen | möglichst schlicht, ohne Duftstoffe, zurückhaltend nutzen |
3 Dinge weglassen, 3 Dinge stattdessen tun
- Weglassen: aggressive Seifen und Duschgel; starkes Schrubben; raues oder feuchtes Toilettenpapier mit Zusätzen.
- Stattdessen: mit Wasser sanft reinigen; trocken tupfen statt reiben; weiche, atmungsaktive Unterwäsche tragen.
Laut Alexander Herold, Professor: Seifen oder Duschgels können die Haut am After reizen, zu viel Schrubben oder raues Toilettenpapier kann schädigen, und auch bei feuchtem Toilettenpapier ist Vorsicht sinnvoll[10].
Wie kann ich Juckreiz vorbeugen und pflegen?
Du kannst Juckreiz oft vorbeugen, indem du deine Hautbarriere schützt: mild reinigen, konsequent rückfettend pflegen und typische Reize wie Hitze, Duftstoffe oder Wolle reduzieren. Eine einfache Routine ist meist wirksamer als häufiges Produktwechseln. Wenn du wiederkehrende Schübe hast, kann dir ein kurzes Trigger-Tagebuch helfen, Muster zu erkennen.
Checkliste: barrierefreundliche Routine
- Reinigung: kurz duschen, nicht heiß, milde Produkte ohne Duftstoffe.
- Pflege: regelmäßig rückfettend, besonders nach dem Waschen.
- Kleidung: weiche Materialien, wenig Reibung, Wolle oft ungünstig.
- Klima: Überhitzen vermeiden, Schwitzen reduzieren, bei trockener Luft gegensteuern.
Trigger-Tracking: Mini-Template als Tabelle
| Datum | Situation (Ort, Wetter, Sport) | Hautzustand (trocken, gerötet, Quaddeln) | Mögliche Trigger (Kleidung, Produkt, Stress, Schweiß) |
|---|---|---|---|
| 12.03. | Büro, Heizungsluft, wenig Trinken | trocken, spannig | neue Handseife, häufiger Händewasch-Rhythmus |
| 18.03. | Sport, danach warm geduscht | gerötet, juckig | Schweiß, heißes Wasser, Reibung am Bund |
| 25.03. | neues Waschmittel | lokal an Unterarm | Duftstoff, Textilkontakt |
Wann sollte ich mit Juckreiz zum Arzt?
Du solltest Juckreiz ärztlich abklären lassen, wenn er stark ist, am ganzen Körper auftritt, neu und ungewohnt ist oder wenn Begleitsymptome wie Fieber, nässende Stellen, starke Schmerzen, Atemnot oder Schwellungen dazukommen. Auch wenn Hausmittel über Wochen nicht helfen oder der Juckreiz immer wiederkehrt, ist eine Abklärung sinnvoll.
Anhaltender Juckreiz betrifft in Deutschland einen relevanten Anteil der Erwachsenen (13 bis 17 Prozent)[11]. Das ist ein guter Grund, bei Dauerbeschwerden nicht endlos weiter zu experimentieren.
Red Flags: dann nicht abwarten
- stark entzündete, heiß geschwollene Haut
- Nässende Stellen, Eiter, starke Krusten
- großflächiger Ausschlag oder Juckreiz am ganzen Körper
- starke Schmerzen oder Fieber
- Atemnot, Schwellungen im Gesicht, Kreislaufprobleme
- bei Afterjucken zusätzlich: Blut im Stuhl
„Sprechen Sie mit einem Arzt, wenn der Juckreiz am ganzen Körper auftritt, unabhängig von Tageszeit oder Jahreszeit. Suchen Sie ebenfalls ärztlichen Rat, wenn Hausmittel nach vier Wochen keine Linderung bringen oder wenn ein roter, schuppiger Ausschlag sichtbar ist.", erklärt Dr. Khetarpal[12].
Diese Infos helfen beim Termin
- Beginn und Verlauf, inklusive „plötzlich“ oder „schleichend“
- betroffene Stellen, Ausbreitung, Tageszeit-Muster
- neue Produkte (Kosmetik, Waschmittel), neue Kleidung, neue Umgebung
- Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel
- Begleitsymptome (Fieber, Schmerzen, Nässen)
- Fotos über mehrere Tage (bei wechselndem Hautbild besonders hilfreich)
Quellen
- abda.de: Bei Juckreiz Haut Kuehlen Und Cremen Aber Moeglichst Wenig Kratzen
- pmc.ncbi.nlm.nih.gov: PMC4524501
- apotheken-umschau.de: Juckender Po Vor Dem Schlafengehen Was Dann Helfen Kann 1247069
- helios-gesundheit.de: Nesselsucht
- health.clevelandclinic.org: Home Remedies For Eczema
- pmc.ncbi.nlm.nih.gov: PMC9128916
- allergieinformationsdienst.de: Neurodermitis Kann Die Lebensqualitaet Stark Einschraenken
- aha.ch: Damit Es Nicht Mehr Juckt
- bad.org.uk: Pruritus Ani
- apotheken-umschau.de: Was Bei Jucken Und Brennen Am Po Hilft 827087
- derma.de: S2k Leitlinie Chronischer Pruritus Wenn Jucken Chronisch Wird Leiden Koerper Und Seele Faecheruebergreifendes Leitsymptom Zahlreicher Erkrankungen
- health.clevelandclinic.org: Home Remedies For Itchy Skin