Im ectocare-Ratgeber erfährst du, wie du Schuppenflechte an typischen Körperstellen einordnest, welche Auslöser Schübe häufig verstärken und welche Hilfe im Alltag und in der Behandlung sinnvoll ist. Gerade bei einer Schuppenflechte am Bein ist oft entscheidend, Entzündung zu beruhigen und die Hautbarriere stabil zu halten, damit Plaques besser kontrollierbar werden.
Woran erkenne ich Psoriasis an Hautstellen?
Du erkennst Psoriasis meist an scharf begrenzten, geröteten Hautarealen mit trockener, oft silbrig wirkender Schuppung, die jucken oder spannen können. Wenn du am Bein solche wiederkehrenden Plaques siehst, passt das Muster häufig dazu. Frühe Stellen sind oft kleiner und rau, später werden die Herde dicker und schuppiger.
Bei den meisten Betroffenen handelt es sich um die Plaque-Psoriasis mit scharf begrenzten, geröteten und schuppenden Plaques (80 bis 90 Prozent)[1]. Genau diese Form prägt deshalb auch die typischen Erkennungsmerkmale im Alltag.
Typische Plaque-Merkmale

- Scharfe Begrenzung: Der Übergang von „gesund“ zu „betroffen“ wirkt oft klar umrissen.
- Rötung mit trockener Schuppung: Die Schuppen können weißlich bis silbrig wirken.
- Verdickte, raue Oberfläche: Plaques fühlen sich oft „aufgelagert“ an.
- Spannung, Juckreiz oder Brennen: Besonders bei trockener Haut und Bewegung.
- Einrisse: Vor allem an Stellen, die sich viel bewegen, kann die Haut schmerzhaft aufreißen.
Laut Prof. Dr. Daniela Hartman, Prof. Dr., typische Zeichen sind gerötete Haut mit silbrig glänzenden Erhebungen (Plaques), Juckreiz, trockene Risse und typische Nagelveränderungen (Dellen, Verdickung, Farbänderung); manchmal treten auch Gelenkschmerzen auf[2].
Frühe Anzeichen versus ausgeprägte Herde
Am Anfang wirkt eine Stelle manchmal nur rau, trocken und leicht gerötet. Mit der Zeit können sich dickere Plaques bilden, die stärker schuppen. Das kann schubweise gehen, also mit besseren und schlechteren Phasen.
Kurzorientierung: Was spricht eher gegen Psoriasis?
Typische Plaque-Merkmale sind scharf begrenzt und trocken. Wenn dagegen Nässen, Krusten oder sehr unscharfe Ränder im Vordergrund stehen, passt das häufiger zu ekzemartigen Entzündungen. Wenn sich eine Stelle ringförmig nach außen ausbreitet und innen eher abblassen kann, ist eine Pilzinfektion eine häufige Verwechslung.
Entscheidungsbaum zur groben Einordnung (Ja/Nein)
- Ist die Stelle klar scharf begrenzt, wie „aufgemalt“? Wenn ja, weiter zu 2; wenn nein, weiter zu 4.
- Siehst du eine trockene, weißlich bis silbrig wirkende Schuppung auf gerötetem Grund? Wenn ja, weiter zu 3; wenn nein, Endpunkt: unklar.
- Liegt die Stelle an typischen Regionen wie Streckseiten (z. B. Schienbein, Knie, Ellenbogen) oder am unteren Rücken und kommt wieder? Wenn ja, Endpunkt: spricht eher für Psoriasis; wenn nein, Endpunkt: unklar.
- Nässen oder verkrustete Ränder stehen deutlich im Vordergrund, die Ränder wirken eher unscharf? Wenn ja, Endpunkt: spricht eher für Ekzem; wenn nein, weiter zu 5.
- Wirkt die Stelle ringförmig, breitet sich randbetont aus oder ist sie in typischen Pilz-Zonen (z. B. Leiste) besonders hartnäckig? Wenn ja, Endpunkt: spricht eher für Pilz; wenn nein, Endpunkt: unklar.
Welche Körperstellen sind typisch betroffen?

Typisch sind Stellen, die mechanisch belastet werden, zum Beispiel Ellenbogen, Knie und die behaarte Kopfhaut, aber auch Rücken, Brust, Hals oder die Beine. Wo Psoriasis zuerst auftaucht, variiert stark. Häufig spielen Reibung, Schweiß und die Hautdicke eine Rolle dabei, ob sich Plaques an einer Stelle entwickeln.
Prof. Dr. Heiko Traupe beschreibt, dass Hauptsymptome der Psoriasis vulgaris rote, schuppende Herde sind, die bevorzugt am Kopf, an Ellenbogen und an den Kniescheiben lokalisiert sind[3].
Häufige Lokalisationen im Überblick
- Streckseiten: Ellenbogen, Knie, Unterschenkel und Schienbein
- Kopfhaut: häufig sichtbar am Haaransatz
- Rücken und unterer Rücken: oft störend durch Sitzen, Liegen und Kleidung
- Brust und Hals: häufiger Einfluss durch Reibung und Schweiß
- Nägel: z. B. Dellen oder Verdickungen
- Genitalbereich und Hautfalten: eher empfindliche, „feuchtere“ Zonen
- Hautfalten (Psoriasis inversa): kann weniger schuppen und eher glänzend-rot wirken
In Auswertungen sind Kopfhaut, Nägel und auch der Genitalbereich bei vielen Menschen mit Psoriasis betroffen (79,9%, 45,5%, 30,7%)[4]. Die Verteilung ist trotzdem individuell, manche haben nur einzelne Areale, andere mehrere.
Typische Stellen, Muster und Alltagsfaktoren (mit Beispielen)
| Körperstelle | Typisches Muster | Häufige Alltagsfaktoren | Hinweis aus Häufigkeitsdaten |
|---|---|---|---|
| Kopfhaut | schuppige Plaques am Haaransatz oder zwischen Haaren | Kämmen, Mützen, Stylingprodukte, Schwitzen | Kopfhaut ist häufig betroffen (79,9%)[4] |
| Nägel | Dellen, Verdickung, Ablösung oder Verfärbung | Tippen, Putzen, Feuchtigkeit, kleine Traumen | Nägel sind häufig beteiligt (45,5%)[4] |
| Genitalbereich | oft weniger Schuppen, stärkeres Brennen möglich | Reibung, Schweiß, enge Unterwäsche | Genitalbereich kann betroffen sein (30,7%)[4] |
| Streckseiten (Ellenbogen/Knie/Schienbein) | trockene, dickere Plaques | Druck, Bewegung, scheuernde Stoffe | häufig genannte Regionen ohne feste Verteilung |
| Hautfalten (inversa) | eher glatt, glänzend-rot, weniger Schuppen | Wärme, Schweiß, Reibung in Bewegungszonen | kann leicht mit Pilz verwechselt werden |
| Rücken/unterer Rücken | flächigere Plaques möglich | Sitzen, Gürtelbund, Rucksack, Liegen | unterer Rücken ist eine typische Zone |
Wo tritt Schuppenflechte als erstes auf?
Der „erste Ort“ ist sehr individuell. Häufig starten Plaques aber an klassischen Belastungszonen wie Kopfhaut, Ellenbogen, Knie oder Schienbein, weil dort Reibung, Druck und Hautdicke zusammenkommen können.
Wie zeigt sich Psoriasis am Bein, Rücken, Brust?
Am Bein wirken Psoriasis-Plaques oft besonders trocken und dick, am Rücken können sie großflächig auftreten, und an der Brust spielen Reibung und Schweiß häufiger eine Rolle. Je nach Stelle spürst du eher Juckreiz, Brennen oder schmerzhafte Einrisse. Auch Kleidung, Sport und Schlafen können dadurch deutlich unangenehmer werden.
Bein und Schienbein
Bei einer Schuppenflechte am Bein, besonders am Schienbein, sind Plaques oft trocken und wirken dicker, weil die Haut dort schnell spannt. Durch Gehen, Hocken oder Sport können Einrisse entstehen, die dann brennen oder schmerzen.
Rücken, inklusive unterer Rücken

Eine Schuppenflechte am Rücken fällt im Alltag häufig auf, weil du sie schlechter siehst, aber stark spürst, etwa beim Anlehnen, Schlafen oder durch Nähte. „Die häufigste Form (Psoriasis vulgaris) verursacht rote, schuppende Stellen, besonders an behaarter Kopfhaut, Ellenbogen, Knien und am unteren Rücken“, erklärt Dr. Katharina Kremser, Ärztin[5].
Die Kopfhaut ist bei Psoriasis sehr häufig betroffen (79,9 %)[4]. Rücken und Streckseiten werden ebenfalls oft genannt, auch wenn die Häufigkeit je nach Studie und Kollektiv variiert.
Brust
Bei einer Schuppenflechte an der Brust spielen Reibung (z. B. BH, Sport-BHs, Träger, Shirt-Nähte) und Schweißzonen (Sport, Hitze, Schlaf) häufiger eine Rolle. Die Haut kann dort empfindlicher reagieren, was sich eher als Brennen oder Wundgefühl bemerkbar macht.
Vergleichstabelle: Bein vs. Rücken vs. Brust
| Stelle | Typisches Hautbild | Häufige Beschwerden | Alltagstrigger | Praktische Pflege-Prinzipien |
|---|---|---|---|---|
| Bein/Schienbein | trockene, oft dickere Plaques; Risse durch Spannung möglich | Spannungsgefühl beim Gehen; Schmerz bei Einrissen; Juckreiz | Bewegung (Gehen, Treppen); Hosenstoff am Schienbein; trockene Heizungsluft | reichhaltiger pflegen bei starker Trockenheit; Reibung durch weiche, glatte Stoffe reduzieren; nach dem Duschen zeitnah eincremen |
| Rücken (inkl. unterer Rücken) | teils großflächige Plaques; schwer einsehbar | Juckreiz beim Schwitzen; Brennen beim Anlehnen; Störung beim Schlafen | Sitzen an Stuhllehne; Gürtelbund; Rucksack; Schwitzen | Pflege so wählen, dass sie nicht sofort „abreibt“; Nähte und harte Etiketten meiden; Routine so simpel halten, dass sie auch am Rücken umsetzbar ist |
| Brust | Plaques können kleiner beginnen; Reibungszone, oft schweißnah | Brennen/Wundgefühl; Juckreiz; empfindliche Haut | BH-Träger; Sportkleidung; Schweiß bei Training; enge Shirts | atmungsaktive, glatte Materialien; nach Schwitzen abduschen oder abspülen; Pflege eher leicht, wenn Wärme und Okklusion stören |
Was löst Schuppenflechte-Schübe aus?
Schübe können durch Infekte, Stress, Alkohol oder Nikotin, bestimmte Medikamente, Hautverletzungen sowie Klima und Reibung getriggert werden. Dass Psoriasis „plötzlich“ ausbricht, liegt oft daran, dass sich Entzündungsprozesse schon vorher aufgebaut haben. Häufig kommen mehrere Auslöser zusammen, statt nur ein einzelner Faktor.
Häufige Trigger, kurz erklärt
- Infekte (z. B. Atemwege): Immunaktivierung kann einen Schub begünstigen.
- Stress: kann Entzündungsprozesse verstärken. In Befragungen nennen viele Betroffene Stress als Faktor, der Psoriasis verschlechtern kann (92%)[6].
- Alkohol oder Nikotin: werden häufig als Verstärker berichtet.
- Bestimmte Medikamente: können bei manchen Menschen Schübe begünstigen.
- Hautverletzungen (Köbner-Phänomen): neue Plaques können an gereizten Stellen entstehen.
- Klima (kalt, trocken) sowie Reibung und Schweiß: belasten die Haut zusätzlich.
Dr. Smith, Dr., betont: „Weitere Auslöser sind Streptokokken-Infektionen, Hautverletzungen und Atemwegsinfekte. \"Sie können das Rückfallrisiko minimieren, aber nicht vollständig vermeiden\"“[7].
Warum wirkt ein Schub manchmal „plötzlich“?
Oft baut sich Entzündung im Körper über Tage bis Wochen auf. Wenn dann mehrere Faktoren zusammenkommen, etwa wenig Schlaf plus Infekt plus Reibung an einer Stelle, wird der Schub sichtbar, obwohl die Prozesse vorher schon liefen.
Welches Organ steht mit Psoriasis in Zusammenhang?
Psoriasis gilt heute als entzündliche Systemerkrankung, also nicht nur als „Hautproblem“. Das bedeutet nicht, dass ein einzelnes Organ die Ursache ist. Es erklärt aber, warum Begleitfaktoren wie Stoffwechsel und Herz-Kreislauf im Verlauf eine Rolle spielen können.
Wie bekomme ich Schuppenflechte wieder weg?
Schuppenflechte lässt sich meist nicht dauerhaft „wegmachen“, aber du kannst Plaques häufig gut kontrollieren und Schübe reduzieren. Dafür werden je nach Schweregrad topische Behandlungen, Lichttherapie und bei schweren Verläufen systemische Therapien kombiniert. Für die tägliche Kontrolle ist es oft entscheidend, Entzündung zu beruhigen und die Hautbarriere zu stabilisieren.
Realistische Ziele
- Plaques können abheilen oder deutlich flacher werden.
- Juckreiz, Brennen und Einrisse lassen sich oft reduzieren.
- Rückfälle können seltener werden, ohne dass eine lebenslange „Heilung“ versprochen werden kann.
Grobes Stufenschema (ohne Detailpläne)
| Situation | Typische Behandlungsrichtung | Ziel im Alltag |
|---|---|---|
| eher leicht, wenige Stellen | topische Behandlung | Plaques beruhigen und alltagstauglich kontrollieren |
| mittelgradig oder hartnäckig | Lichttherapie plus topische Behandlung | Entzündung senken, Rückfälle reduzieren |
| schwer oder stark beeinträchtigend | systemische Therapien, oft kombiniert | stabile Kontrolle auch bei größerer Fläche oder starken Beschwerden |
Therapieerfolg wird in Studien häufig über Schwellen wie PASI75 beschrieben, also eine 75-prozentige Verbesserung eines Psoriasis-Schwere-Scores[8]. Welche Verbesserung für dich erreichbar ist, hängt stark von Ausgangslage, Körperstelle und Therapieform ab.
Körperstellen-Prinzipien: Was zählt wo?
- Empfindliche Areale (z. B. Hals, Falten, Genitalbereich): eher reizarm, wenig „schweres“ Gefühl, weil Wärme und Reibung schneller stören.
- Dicke Plaques (z. B. Schienbein, Knie, Ellenbogen): brauchen oft reichhaltigere Pflege, weil Trockenheit und Spannung dominieren.
- Reibungszonen (z. B. Brust unter Kleidung, unterer Rücken): Formulierungen sollen im Alltag funktionieren und nicht sofort abgerieben werden.
„Bei sehr trockenen Psoriasisstellen eignen sich fettreiche Salben; ist die Haut weniger trocken, reichen meist Cremes oder Lotionen, die zweimal täglich aufgetragen werden.“ (Saskia Hildwein, Apothekerin, Bad Hersfeld)[9]
Wenn du diese Logik im Alltag nutzt, wird aus „Welche Creme bei Schuppenflechte am Bein?“ eher die praktische Frage: Wie trocken ist die Stelle wirklich, und wie viel Fettgehalt ist angenehm, ohne dass Reibung und Wärme stören? Genau dieses Prinzip, Entzündung zu beruhigen und die Barriere stabil zu halten, ist für die tägliche Routine oft der wichtigste Hebel.
Wenn deine Psoriasis vor allem durch trockene, gereizte Haut und lokale Entzündung getrieben ist, ist das Stabilisieren der Hautbarriere ein zentraler Hebel. Genau hier setzt medEctoin® von ectocare an: Der Wirkstoff bindet Wasser, schützt Zellen vor Stress und kann die überschießende Entzündungsreaktion in der Haut beruhigen, damit sich die Haut wieder stabilisieren kann. Als CE-zertifiziertes Medizinprodukt ist es klinisch geprüft und dabei steroidfrei. Viele empfinden es als gut verträglich, auch wenn die Haut an Stellen wie Schienbein, Rücken oder Brust besonders empfindlich reagiert. Du nutzt es als konsequente Basis für deine tägliche Routine, um Plaques nicht nur zu kaschieren, sondern die Haut zur Ruhe zu bringen.
Psoriasis ist eine chronische Erkrankung. Wenn deine Beschwerden trotz Pflege zunehmen, sehr schmerzhaft sind oder großflächig werden, ist eine dermatologische Abklärung sinnvoll. Setze verordnete Therapien nicht eigenmächtig ab.
Was darf man bei Schuppenflechte nicht machen?
Bei Psoriasis solltest du alles vermeiden, was die Haut zusätzlich reizt oder verletzt, weil das Plaques verstärken kann. Typische Fehler sind starkes Kratzen, Schuppen gewaltsam abreißen, aggressive Peelings und zu heißes Duschen. Auch stark parfümierte oder austrocknende Produkte können die Hautbarriere weiter schwächen.
Psoriasis ist in westlichen Ländern häufig und betrifft ungefähr einen kleinen, aber relevanten Anteil der Bevölkerung (2%)[10]. Gerade deshalb gibt es viele erprobte Alltagsregeln, die Schübe nicht unnötig anfeuern.
Checkliste: Diese Reizfaktoren lässt du besser
- Starkes Kratzen oder „Aufrubbeln“: macht Mikroverletzungen wahrscheinlicher und kann Plaques verstärken.
- Schuppen gewaltsam abreißen: kann zu Rissen und mehr Entzündung führen.
- Aggressive Peelings und harte Bürsten: reizen die ohnehin entzündete Haut zusätzlich.
- Sehr heiß duschen oder baden: trocknet aus und verstärkt das Spannungsgefühl.
- Stark parfümierte oder alkoholhaltige Produkte: können brennen und austrocknen.
- Enge, scheuernde Kleidung: erhöht Reibung, besonders an Schienbein, Brust und Gürtelzone.
- Zu dichtes Abdecken bei Wärme: wenn es darunter warm und feucht wird, kann Schweiß plus Reibung die Stelle zusätzlich stressen.
Therapietreue als Prinzip
Laut Dr. Fernandez, Dermatologe, wenn Ihre Therapie wirkt, bleiben Sie dabei; bei einem Schub sollten Sie nicht eigenmächtig die Behandlung abbrechen oder ohne ärztliche Rücksprache zu einer neuen Therapie wechseln[11]. Im Alltag heißt das: weniger hektisch wechseln, mehr konsequent und strukturiert bleiben.
Was verschlimmert Psoriasis besonders häufig?
Häufig verschlimmern Stress, zu wenig Schlaf, Alkohol, Rauchen und Übergewicht Psoriasis, weil sie Entzündung und Schubanfälligkeit beeinflussen können. Hautnah kommen Trockenheit, Kälte, Schweiß und Reibung dazu. Du erkennst deine persönlichen Verstärker am besten, wenn du Schübe und Auslöser als Muster über Wochen beobachtest.
Stress (z. B. familiär/beruflich), erhöhter Alkohol- oder Tabakkonsum, Übergewicht und kalte, trockene Luft können Psoriasis verschlechtern, sagt Prof. Matthias Laudes, Professor, Uniklinikum[12].
Viele Menschen mit Psoriasis haben zusätzliche Begleiterkrankungen, die den Verlauf mit beeinflussen können (73%)[13]. Das ist kein „Schuld“-Thema, sondern ein Hinweis, dass ein breiter Blick auf Belastungsfaktoren oft sinnvoll ist.
Häufige Verstärker
- Alltag: Stress, Schlafmangel, Alkohol, Rauchen, Gewicht, wiederkehrende Infekte
- Hautnah: Trockenheit, Kälte, Schwitzen, Reibung, ungeeignete Pflege
Mini-Template für ein Schub-Protokoll (ohne App)
- Datum und Dauer
- Betroffene Stelle (z. B. Schienbein links, unterer Rücken)
- Juckreiz/Brennen/Schmerz (kurz: mild, mittel, stark)
- Besonderheiten: Stress (ja/nein), Schlaf (gut/schlecht), Infekt (ja/nein)
- Alkohol/Nikotin (ja/nein)
- Wetter/Heizungsluft (trocken/kalt) und Schwitzen (ja/nein)
- Pflege oder neue Produkte (was genau?)
Was fehlt dem Körper bei Psoriasis wirklich?
Psoriasis entsteht vor allem durch eine Entzündungs- und Immunfehlsteuerung, nicht einfach durch einen einzelnen Mangel. Trotzdem können bei dir Nährstoffe wie Vitamin D, Eisen oder Zink eine Rolle spielen, wenn tatsächlich ein Mangel vorliegt. Wichtig ist, Erwartungen realistisch zu halten und Supplemente nicht „auf Verdacht“ hoch zu dosieren.
„Einige Psoriasis-Medikamente können durch verminderte Resorption oder erhöhte Ausscheidung zu Mängeln an wichtigen Biofaktoren führen“, erklärt Dr. Daniela Birkelbach, Fachärztin für Dermatologie[14]. Das macht Monitoring bei manchen Behandlungen relevanter, ohne dass ein Mangel automatisch die Ursache der Psoriasis ist.
In einer Studie zeigte sich im Winter bei einem großen Teil der Psoriasis-Betroffenen ein Vitamin-D-Mangel, während er bei Gesunden deutlich seltener war (80,9% vs. 29,7%)[14]. Das ist ein Argument für Messen statt Raten, nicht für eine pauschale Hochdosis-Strategie.
Nährstoffe: Wann wirklich relevant?
| Nährstoff | Wann relevant (nur bei Mangel) | Typische Gründe für einen Check |
|---|---|---|
| Vitamin D | bei nachgewiesen niedrigem Spiegel, besonders im Winter | wenig Sonnenlicht, Winterhalbjahr; in Studie Wintermangel 80,9% bei Psoriasis vs. 29,7% bei Gesunden[14] |
| Eisen | bei Müdigkeit, Haarausfall, blassen Schleimhäuten oder Blutungsneigung | vegetarische/vegane Ernährung, starke Menstruation, chronische Entzündung |
| Zink | bei nachgewiesenem Mangel oder typischen Zeichen (z. B. Wundheilungsprobleme) | einseitige Ernährung, Resorptionsprobleme, bestimmte Therapien |
| Omega-3 | eher als Ernährungsbaustein als „Mangel“ | wenig Fisch/Algenöl in der Ernährung, Entzündungsneigung im Gesamtkontext |
Nimm keine hochdosierte Selbstmedikation vor. Nahrungsergänzung kann Nebenwirkungen haben und mit Medikamenten interagieren.
Wann sollte ich mit Psoriasis zum Arzt?
Du solltest Psoriasis ärztlich abklären lassen, wenn sich die Stellen schnell ausbreiten, stark schmerzen, nässen oder Infektzeichen wie Fieber dazukommen. Auch Nagelveränderungen und Gelenkbeschwerden wie Schwellung oder Morgensteifigkeit sind wichtige Warnhinweise. Spätestens dann geht es um eine passende Einordnung des Schweregrads und der Therapieoptionen.
Ein relevanter Anteil der Menschen mit Psoriasis entwickelt zusätzlich eine Gelenkbeteiligung (30%)[15]. Gelenksymptome sind deshalb kein „Randthema“, sondern sollten ernst genommen werden.
Dr. Daniela Neumayer beschreibt, dass in der Spezialsprechstunde für Psoriasis alle Formen behandelt werden, auch mit Gelenkbeteiligung; zudem werden Begleiterkrankungen wie Stoffwechselstörungen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen geprüft[16].
Diese Zeichen sprechen für eine zeitnahe Abklärung
- Rasche Verschlechterung oder schnelle Ausbreitung
- Starke Schmerzen, ausgeprägtes Brennen oder tiefere Einrisse
- Nässen, starke Krustenbildung oder Verdacht auf zusätzliche Infektion
- Fieber oder deutliche Krankheitszeichen zusätzlich zur Haut
- Nagelveränderungen (z. B. Dellen, Ablösung, starke Verdickung)
- Gelenkbeschwerden: Schwellung, Morgensteifigkeit, Schmerzen in Fingern, Zehen, Rücken oder Fersen
- Starke Einschränkung im Alltag, z. B. Schlaf, Arbeit, Sport oder Intimität
Welche Rolle spielt Meerwasser bei Psoriasis?
Meerwasser kann Psoriasis bei manchen Menschen vorübergehend verbessern, weil Salz, Sonnenlicht und Entspannung zusammenwirken können. Wenn deine Haut aber rissig oder stark entzündet ist, kann Salzwasser auch brennen und reizen. Sinnvoll ist ein nüchterner Blick: als zeitlich begrenzter Effekt, nicht als dauerhafte Lösung.
Klimatherapie, etwa ein Aufenthalt am Meer mit Salzwasser und Sonne, kann Psoriasis-Plaques bei vielen Betroffenen deutlich verbessern, meist aber nur vorübergehend; solche Maßnahmen sollten ärztlich begleitet und mit Sonnenschutz kombiniert werden (Dr. Debra Jaliman, MD)[17].
So kann Meerwasser wirken
- Salz und Wasser können Schuppen lösen und die Haut vorübergehend glätten
- Sonnenlicht kann entzündungshemmend wirken
- Entspannung und weniger Alltagsstress können indirekt helfen
Wann es eher reizt
- wenn die Haut rissig ist oder stark brennt
- bei sehr empfindlichen Arealen oder akuten Entzündungsphasen
Praktische Prinzipien nach dem Baden
- Salzwasser kurz abspülen oder abduschen, damit es nicht „nachtrocknet“
- Haut danach rückfetten, damit Trockenheit nicht nachzieht
- Sonne vorsichtig handhaben und Sonnenschutz mitdenken
Quellen
- https://www.usz.ch/krankheit/schuppenflechte/
- https://www.muenchen-klinik.de/haut-hautkrankheiten/psoriasis-schuppenflechte/
- https://www.gbe-bund.de/gbe/isgbe.information?puid=gast&paid=21391100&psprache=D&pthemaid=7996&pthemaid2=1&pthemaid3=&pthema_id4=
- https://www.aerzteblatt.de/archiv/psoriasis-als-systemerkrankung-ed315228-8088-4b9e-b096-10983c39ebb4
- https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/hautkrankheiten/schuppenflechte-ursachen-symptome-behandlung-734601.html
- https://www.aerzteblatt.de/archiv/psoriasis-krankheit-konsequentes-management-ist-der-schluessel-zum-erfolg-1ac9daba-1ec4-4a0e-8354-0f6200a9e835
- https://www.health.harvard.edu/diseases-and-conditions/a-deeper-look-at-psoriasis
- https://www.aerzteblatt.de/themen/arteriosklerose/schuppenflechte-und-arteriosklerose-plaquetherapie-fuer-haut-und-herz-6413fe99-5fcc-42b6-bac7-43dab75f8121
- https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/hautkrankheiten/schuppenflechte-so-beruhigen-sie-die-haut-823701.html
- https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC7880171/
- https://health.clevelandclinic.org/psoriasis-flare-up-treatment-and-prevention
- https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/hautkrankheiten/haut-ohne-qual-psoriasis-und-diabetes-848127.html
- https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC9785802/
- https://www.der-niedergelassene-arzt.de/biofaktoren/details/welche-rolle-spielen-vitamin-d3-und-zink-bei-der-psoriasis/1
- https://hautklinik.uk-essen.de/leistungsspektrum/psoriasis-sprechstunde/
- https://dermatologie.uk-koeln.de/schwerpunkte/psoriasis/
- https://www.webmd.com/skin-problems-and-treatments/psoriasis/climatotherapy-psoriasis