Im ectocare-Ratgeber erfährst du, wie Bilder einer Schuppenflechte im Genitalbereich bei der ersten Orientierung helfen können, welche Beschwerden typisch sind, wie die Abklärung abläuft und welche Ansätze bei der Linderung im Alltag eine Rolle spielen. Der wichtigste Grundsatz dabei ist: In der Intimregion wirkt Haut schnell „anders“, deshalb lohnt sich ein Blick auf typische Muster und auf eine möglichst reizfreie Strategie.
Wie sieht Schuppenflechte im Intimbereich aus?
Schuppenflechte im Intimbereich zeigt sich oft als scharf begrenzte, rosa bis rötliche Stellen, die im feuchten Milieu weniger schuppen und eher glänzend oder wund wirken können. Bilder einer Schuppenflechte im Genitalbereich helfen dir nur zur groben Orientierung, weil Reibung und Feuchtigkeit das Aussehen verändern. Häufig sind auch kleine Einrisse möglich.
Laut Dr. Day sind die Stellen im Genitalbereich oft weniger schuppend und erscheinen eher rosa bis rötlich und klar begrenzt, besonders in Hautfalten. Betroffen sein können unter anderem Schamgegend, Damm, Eichel, Vorhaut, Hodensack oder der obere Gesäßspalt[1]. Das passt dazu, dass gerade Faltenhaut durch Feuchtigkeit und Reibung eine andere Optik bekommt.
Bei Menschen mit inverser Psoriasis treten genitale Läsionen in der Literatur in etwa vier von fünf Fällen auf (79%)[2]. In derselben Übersicht wird auch eingeordnet, dass genitale Beteiligung je nach Definition und Studiendesign schwankt, ungefähr 63% berichten mindestens einmal im Leben Genitalsymptome. Nur bei etwa 2% bis 5% liegt der Befall ausschließlich genital vor[2]. Das kann entlasten, weil Genitalbeteiligung häufig vorkommt, aber gleichzeitig nicht „nur daran“ festgemacht werden kann.
So kann es aussehen

- Scharf begrenzte rosa bis rötliche Areale in Leiste, Schamgegend oder am Damm
- Glatte oder leicht erhabene Plaques (Hautstellen), teils mit feiner Schuppung am Rand
- Kleine Einrisse (Fissuren), vor allem bei Reibung oder Spannung der Haut
- Rötung am oberen Gesäßspalt oder im Bereich der Hautfalten
- Reizgefühl und Wundsein, auch ohne „klassisch silbrige“ Schuppen
So sieht es im feuchten Milieu oft aus
- Weniger sichtbare Schuppen, weil sie durch Feuchtigkeit aufgeweicht werden
- Mehr Glanz und „wund“ wirkende Haut durch Mazeration (Aufweichen)
- Rascher Wechsel der Optik, zum Beispiel nach Sport, Sex, langem Sitzen oder Schwitzen
Mini-Vergleich zur groben Orientierung (ohne Diagnose)
| Merkmal | Eher passend zu Psoriasis-Muster | Eher passend zu Pilz-/Ekzem-Muster |
|---|---|---|
| Begrenzung | Oft klarer Rand, „wie abgezeichnet“ | Häufig unschärfer oder stärker „verlaufen“ |
| Schuppung | In Falten oft wenig Schuppen, eher glatt/glänzend | Bei Ekzem eher trocken-rau. Bei Pilz teils Randbetonung möglich |
| Hauptgefühl | Häufig Juckreiz, Brennen, Wundsein | Ekzem oft starkes Brennen nach Kontakt. Pilz oft Juckreiz plus Feuchtegefühl |
| Typische Stellen | Leiste, Damm, oberer Gesäßspalt, Eichel/Vorhaut, Hodensack | Ekzem eher nach Kontakt zu Produkten. Pilz oft in warm-feuchten Arealen, teils mit stärkerer Randaktivität |
So nutzt du Bilder sinnvoll
- Fotografiere möglichst dieselbe Stelle über mehrere Tage, zum Beispiel morgens vor dem Duschen.
- Nutze gleiches Licht, etwa Tageslicht am Fenster, und halte ähnlichen Abstand von 20 bis 30 cm.
- Keine Filter und kein „Beauty-Modus“, weil Rot- und Glanzanteile sonst verfälscht werden.
- Gerade im Intimbereich gilt: Schon ein Tag mit mehr Reibung oder Schwitzen kann die Optik deutlich verändern. Deshalb ist der Verlauf oft aussagekräftiger als ein einzelnes Foto.
Was ist Psoriasis im Genitalbereich?

Psoriasis im Genitalbereich ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die an genitaler Haut und in angrenzenden Falten auftreten kann und dich durch Juckreiz, Brennen oder Wundsein stark belasten kann. Sie ist nicht ansteckend. In Hautfalten wird sie oft als inverse Psoriasis bezeichnet und wirkt dort häufig weniger schuppig.
Genitalpsoriasis ist dabei keine „andere Krankheit“, sondern eine Psoriasis an einem besonders empfindlichen Ort. Feuchtigkeit, Reibung und die Nähe zu Schleimhäuten machen die Beschwerden oft intensiver. Wichtig ist auch: Das hat nichts mit „mangelnder Hygiene“ zu tun.
In Übersichtsarbeiten wird berichtet, dass ungefähr zwei von drei Menschen mit Psoriasis im Verlauf auch Veränderungen im Genitalbereich entwickeln (63%)[3]. Die Häufigkeit kann je nach Studie und Definition schwanken, aber die Einordnung bleibt: Du bist mit dem Thema nicht allein.
Begriffe kurz erklärt
- Genitalpsoriasis: Psoriasis an Vulva, Penis, Hodensack oder angrenzenden Bereichen.
- Anogenitale Beteiligung: Psoriasis im Genitalbereich und oder rund um den After.
- Inverse Psoriasis (Psoriasis inversa): Psoriasis in Hautfalten, die durch Feuchtigkeit und Reibung oft weniger schuppt. Das IQWiG betont: „Manchmal tritt Psoriasis in Hautfalten wie Leiste, Gesäßfalte, unter den Achseln oder in der Genitalregion auf. Diese Form heißt Psoriasis inversa (intertriginosa) und zeigt oft kaum Schuppen, weil die Haut feucht ist und durch Reibung anders aussieht.“[4]
Warum schuppt sich Haut im Intimbereich?
Wenn sich Haut im Intimbereich schuppt oder wund wirkt, kann Psoriasis eine Ursache sein, aber auch Reizung durch Reibung, ein Ekzem oder eine Pilzinfektion kommen häufig vor. Bei Psoriasis treibt eine fehlgeleitete Entzündung die Hauterneuerung an. Feuchtigkeit und Reibung können das Aussehen verändern und Beschwerden verstärken.
Häufige Ursachen für Schuppung oder Wundsein im Intimbereich
- Psoriasis: Entzündliche Aktivität beschleunigt die Hauterneuerung, es entstehen Rötung, Schuppung oder glatte, glänzende Areale.
- Irritation durch Reibung: Zum Beispiel durch enge Kleidung, Schwitzen, Sport, langes Sitzen oder Sex.
- Ekzem oder Kontaktreaktion: Häufig nach neuen Waschprodukten, Intimprodukten, Duftstoffen oder bestimmten Konservierern.
- Pilzinfektion: Warm-feuchte Areale begünstigen Beschwerden, das Muster kann Psoriasis ähneln.
Was bei Psoriasis im Kern passiert, lässt sich kurz so erklären: „Bei Psoriasis spielt die körpereigene Immunabwehr verrückt, was eine Entzündung entfacht und die Erneuerung der Hautzellen beschleunigt, wodurch Schuppen entstehen und häufig starker Juckreiz verursacht wird.“, so Michele Häusermann[5].
Dass Intimbeschwerden bei Psoriasis im Alltag oft eine Rolle spielen, wird auch in Patienteninformationen so eingeordnet: Bis zu etwa zwei Drittel der Betroffenen haben mindestens einmal Beschwerden im Intimbereich (63%)[6]. Das ist keine exakte Zahl „für alle“, zeigt aber, warum sich ein Blick auf typische Trigger lohnt.
Typische Trigger im Intimbereich
- Reibung und Druck, zum Beispiel an Leistenfalten oder im Analbereich
- Rasur und kleine Hautverletzungen
- Stress und Schlafmangel
- Infekte als Schub-Auslöser
- Alkohol und Nikotin als mögliche Verstärker
- Bestimmte Medikamente als mögliche Trigger
- Koebner-Phänomen: Neue Hautreize können neue Psoriasisstellen anstoßen
Zusätzlich kann das feuchte Milieu die Optik verändern: Schuppen werden weniger sichtbar, die Haut wirkt eher gerötet, glänzend oder aufgeweicht.
Welche Beschwerden sind typisch im Genital?
Typisch bei genitaler Psoriasis sind Juckreiz, Brennen, Wundsein und Schmerzen, manchmal auch kleine Einrisse oder Blutspuren durch Reizung. Die Beschwerden können Sex, Sport und den Toilettengang belasten und Scham oder Angst auslösen. Eher passend ist es, wenn die Symptome wiederkehren oder du Psoriasis auch an anderen Stellen kennst.
Typische Beschwerden, die viele beschreiben
- Juckreiz, teils sehr stark
- Brennen oder Stechen, besonders nach Reibung oder Schwitzen
- Wundsein und Berührungsschmerz
- Kleine Einrisse (Fissuren) und gelegentlich Blutspuren
- Reizgefühl beim Toilettengang, je nach betroffener Region
In Studien wird Juckreiz bei genitaler Psoriasis bei einem sehr großen Anteil der Betroffenen berichtet (82% bis 100%)[7]. In derselben Quelle wird die Bandbreite greifbar: Für etwa 40% ist Juckreiz das störendste Symptom, rund 40% nennen Brennen oder Stechen als Hauptproblem und ungefähr 20% vor allem Schmerzen[7].
Symptom-Tabelle für den Alltag

| Symptom | Wie es sich anfühlen kann | Typische Alltagssituation |
|---|---|---|
| Juckreiz | Kribbelnd, „unter der Haut“, teils anfallsartig | Abends im Bett, nach Sport, nach Schwitzen |
| Brennen/Stechen | Wie „aufgescheuert“, empfindlich bei Wärme | Beim Gehen in enger Kleidung, nach Sex |
| Schmerzen | Druck- oder Berührungsschmerz | Langes Sitzen, Radfahren, Toilettengang |
| Einrisse (Fissuren) | Kurzer, scharfer Schmerz, evtl. Blutpunkt | Nach Reibung, bei trockener Spannung, nach Stuhlgang |
| Wundsein | Wie eine Schürfwunde | Nach Rasur, bei Feuchtigkeit in Falten |
Muster, die eher passen können
- Wiederkehrende Beschwerden in ähnlichen Zonen
- Reizung nach mechanischer Belastung wie Reibung oder Rasur
- Psoriasis-Anzeichen an anderen Stellen, zum Beispiel Kopfhaut, Ellbogen oder Nägel
Wie wird Psoriasis im Genital diagnostiziert?
Psoriasis im Genitalbereich wird typischerweise durch eine ärztliche Einschätzung aus Gespräch und Untersuchung der Haut gestellt, oft mit Blick auf andere Psoriasis-Zeichen wie Kopfhaut oder Nägel. Je nach Befund können Abstriche sinnvoll sein, um Pilz oder andere Ursachen abzugrenzen. Selbstdiagnosen sind hier besonders fehleranfällig, weil vieles ähnlich aussieht.
So läuft die Abklärung oft ab
- Gespräch zu Verlauf, Beschwerden, Triggern und bisherigen Produkten
- Untersuchung der betroffenen Region, oft mit Blick auf typische Muster
- Blick auf weitere Hautareale, zum Beispiel Kopfhaut, Ellenbogen oder Nägel
- Optional ein Abstrich, wenn zusätzlich eine Pilz- oder andere Ursache möglich ist
- Bei unklaren Befunden können Zusatztools helfen
Laut AWMF-Leitlinie wird empfohlen, die gesamte Haut inklusive Kopfhaut, Nägel und Anogenitalregion zu untersuchen. Bei unklarer Diagnose sollen typische Psoriasiszeichen geprüft werden. Dermatoskopie kann helfen. Eine Biopsie ist möglich, aber die Histologie ist nicht immer eindeutig. Blut oder Urin sind für die Diagnose nicht hilfreich[8].
Dass Zusatztools unterstützen können, zeigt auch ein kleines Beispiel: Eine Fallserie mit 12 Fällen nutzte Dermatoskopie zur Unterscheidung verschiedener Ursachen einer Balanitis und fand ein typisches Kapillarmuster nur bei bestätigter psoriatischer Form[9]. Die Zahl ist klein, sie zeigt eher die Richtung: Solche Methoden können helfen, ersetzen aber nicht die Gesamtschau.
Checkliste: Diese Infos helfen bei der Einordnung
- Fotos vom Verlauf über 5 bis 10 Tage, möglichst im gleichen Licht
- Welche Stellen genau betroffen sind, zum Beispiel Leiste, Damm, Afterregion
- Welche Produkte du genutzt hast, etwa Waschlotion, Intimprodukte, Salben
- Was Beschwerden verschlechtert, zum Beispiel Sport, Schwitzen, Rasur, Sex
- Ob du an anderen Körperstellen schon Psoriasiszeichen kennst
Was hilft bei Psoriasis im Intimbereich?
Bei Psoriasis im Intimbereich hilft am meisten ein Ansatz, der die Entzündung beruhigt und die empfindliche Hautbarriere stabilisiert, ohne zusätzlich zu reizen. Ärztlich kommen im Intimbereich oft besonders vorsichtige lokale Therapien infrage. Zusätzlich kannst du auf steroidfreie, reizarm formulierte Pflege achten, die Rötung, Trockenheit und Reibung reduziert.
Ein Grund, warum lokale Ansätze so oft im Fokus stehen: Bei rund vier von fünf Menschen mit Psoriasis kann eine lokale Behandlung wegen begrenzten Befalls grundsätzlich ausreichen (80 Prozent)[10]. In der Intimregion heißt das aber nicht „einfach irgendeine Creme“, sondern eine besonders durchdachte, gut verträgliche Auswahl.
Optionen und warum die Intimregion besondere Regeln hat
| Option | Ziel | Warum im Intimbereich anders |
|---|---|---|
| Ärztlich gesteuerte, niedrig potente lokale Kortikosteroide (kurzzeitig) | Entzündung dämpfen, Juckreiz und Rötung senken | Genitalhaut ist dünner und nimmt Wirkstoffe leichter auf, deshalb meist kurz und angepasst |
| Calcineurin-Inhibitoren als ärztliche Option | Entzündungshemmung ohne Steroid | Kann in empfindlichen Arealen eine Alternative sein, Verträglichkeit ist individuell |
| Emolliens (rückfettende Basispflege) | Trockenheit reduzieren, Barriere unterstützen | Textur muss zu Faltenhaut passen, zu fettig kann in Falten „stauen“ |
| Reizreduzierende Schutzpflege | Reibung und Wundsein abpuffern | Ohne Duftstoffe und mit gutem Hautgefühl wichtig, gerade bei Schamgegend und Leiste |
Kriterien für eine reizfreie Intim-Formulierung
- Ohne Duftstoffe und möglichst ohne reizende Zusätze
- Möglichst wenig Alkohol, weil das brennen und austrocknen kann
- Eine Basis, die sich in Hautfalten gut verteilt und nicht „klebt“
- Erst an einer kleinen Stelle testen, bevor du großflächig pflegst
- Im Analbereich besonders sanft, weil Reibung und Feuchtigkeit dort schneller Probleme machen können
Gerade rund um den After können Toilettengang, Feuchtigkeit und mechanische Reizung Beschwerden verstärken. Hier zahlt sich eine möglichst milde, gut verträgliche Pflege oft besonders aus.
Als Brücke von „allgemein beruhigen und schützen“ zur konkreten Umsetzung kann eine steroidfreie, barrierefreundliche Schutzpflege sinnvoll sein, wenn du etwas suchst, das du regelmäßig und reizarm einsetzen kannst.
Wenn du Schuppenflechte im Intimbereich unter Kontrolle bringen willst, ist es wichtig, die Entzündung zu beruhigen und die Hautbarriere zu stabilisieren. Genau hier setzt medEctoin® von ectocare an: Der Wirkstoff Ectoin bildet einen stabilisierenden Schutzfilm, hilft der gereizten Haut, weniger stark auf Reize zu reagieren, und unterstützt so die Regeneration der Barriere. Das Ziel ist, die Haut zur Ruhe zu bringen, damit Rötung, Trockenheit und Reibungsbeschwerden im Alltag weniger Raum bekommen. Als CE-zertifiziertes Medizinprodukt ist medEctoin® auf gute Verträglichkeit ausgelegt und eignet sich besonders für empfindliche, zu Irritationen neigende Hautareale.
Behandlungen im Intimbereich solltest du wegen der empfindlichen Haut und der Nähe zu Schleimhäuten nur nach ärztlicher Rücksprache starten oder ändern, besonders bei stärkeren Wirkstoffen oder wenn du schwanger bist.
Was darf man im Intimbereich nicht tun?
Im Intimbereich solltest du bei Psoriasis alles vermeiden, was die Haut zusätzlich reizt oder austrocknet. Dazu gehören aggressive Reinigung, Duftstoffe, alkoholhaltige Produkte, häufiges Rasieren, enge Kleidung und starkes Kratzen. Auch unpassende Selbstbehandlungen können die Beschwerden verschlimmern, weil die Ursachen im Intimbereich leicht verwechselt werden.
Bitte vermeiden, mit kurzer Begründung
- Aggressives Waschen oder häufige Intimreinigung mit Seife, weil das die Haut austrocknen kann
- Peelings und grobe Waschlappen, weil Mikroverletzungen Reizstellen verstärken können
- Duftstoffe und Intimsprays, weil sie häufig zusätzliche Irritation auslösen
- Alkoholhaltige Produkte oder Desinfektion „auf Verdacht“, weil das brennen und die Barriere schwächen kann
- Zu häufige Rasur oder Wachs, weil kleine Schnitte neue Reizpunkte setzen können
- Enge, scheuernde Kleidung, weil Reibung und Wärme Beschwerden pushen können
- Starkes Kratzen, weil es die Haut weiter reizt und Einrisse fördert
Bei Selbstbehandlungen lohnt sich besonders viel Vorsicht. Beispielhaft zeigt das auch ein anderer Bereich: Mediziner Radtke beschreibt, dass herkömmliche Anti-Schuppen-Shampoos bei Psoriasis oft kontraproduktiv sein können, weil die Ursache der Schuppenbildung anders ist[11]. Die Logik dahinter lässt sich auf die Intimregion übertragen: „Gegen Schuppen“ oder „gegen Pilz“ passt nicht automatisch, wenn der Auslöser ein anderer ist.
Mini-Checkliste: Reizquellen bei Sex
- Reibung durch fehlende Gleitfähigkeit, besonders bei Entzündung oder Trockenheit
- Kondome oder Gleitmittel mit Zusätzen, zum Beispiel Duftstoffe oder wärmende Komponenten
- Spermizide oder bestimmte Konservierungsstoffe, die empfindliche Haut reizen können
- Zu wenig Regenerationszeit nach einem Schub oder nach Einrissen
Wie pflege ich Intimhaut bei Psoriasis?
Bei Psoriasis im Intimbereich pflegst du am besten so, dass die Hautbarriere geschont wird und Reibung möglichst gering bleibt. Das heißt: sanft reinigen, gut trocknen, atmungsaktive Kleidung wählen und Feuchtigkeit sowie Schwitzen managen. Wenn du frühe Anzeichen eines Schubs wahrnimmst, kannst du deine Routine rechtzeitig reizärmer gestalten.
Barrierefreundliche Routine
- Sanft reinigen, zum Beispiel mit lauwarmem Wasser und einer milden, duftfreien Reinigung, nicht „schrubben“
- Nach dem Waschen sorgfältig trocken tupfen, auch in Hautfalten, weil Restfeuchte Mazeration fördern kann
- Atmungsaktive Unterwäsche tragen, zum Beispiel Baumwolle, und nach Sport zügig wechseln
- Schwitzen aktiv managen, etwa durch Pausen, lockere Kleidung und trockene Hautfalten
- Slipeinlagen oder Menstruationsprodukte so wählen, dass sie nicht scheuern. Bei Reizung lieber häufiger wechseln
Alltagssituationen und praktische Anpassungen
| Alltagssituation | Typischer Trigger | Barrierefreundliche Anpassung |
|---|---|---|
| Sport (Laufen, Gym) | Schweiß und Reibung in Leiste/Po-Falte | Direkt danach duschen, trocken tupfen, Unterwäsche wechseln |
| Langes Sitzen | Druck und Wärme im Gesäßspalt/Analbereich | Sitzpausen alle 60 Minuten, lockere Kleidung |
| Menstruation | Feuchtigkeit und Scheuern durch Binde/Tampon | Unparfümierte Produkte testen, häufiger wechseln |
| Sommerhitze | Mazeration in Hautfalten | Luftige Kleidung, Hautfalten trocken halten |
Auch die Lebensqualität ist ein echtes Thema. In einer Quelle wird berichtet, dass 43% der Betroffenen wegen körperlicher und emotionaler Belastung seltener Sex haben[12]. Das kann helfen, Scham zu relativieren: Reizmanagement und klare Kommunikation gehören bei genitalen Beschwerden oft genauso dazu wie Hautpflege.
Wann sollte ich damit zum Arzt gehen?
Du solltest damit ärztlich abklären lassen, wenn die Beschwerden stark sind, schnell schlimmer werden oder du unsicher bist, ob es wirklich Psoriasis ist. Alarmzeichen sind starke Schmerzen, Fieber, nässende oder ulzerierende Stellen, starke Blutungen sowie Probleme beim Wasserlassen oder Stuhlgang. Auch beim ersten Auftreten oder fehlender Besserung ist eine Abklärung sinnvoll.
Sofort abklären
- Starke Schmerzen oder rasche Verschlechterung innerhalb von 24 bis 72 Stunden
- Fieber oder deutliches Krankheitsgefühl
- Nässe, offene Stellen oder Ulzerationen (tiefere Defekte)
- Starke Blutungen
- Probleme beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang
Zeitnah abklären
- Erstmaliges Auftreten im Intimbereich
- Unsicherheit, ob es wirklich Psoriasis ist oder etwas anderes
- Wiederkehrende Beschwerden ohne klare Auslöser
- Schwangerschaft oder Immunsuppression
- Verdacht auf sexuell übertragbare Infektionen
- Keine Besserung trotz konsequenter, reizfreier Basismaßnahmen
Dass das Abgrenzen schwierig sein kann, wird auch klar so formuliert: Die Diagnose der genitalen Schuppenflechte ist schwierig und die Verwechslungsgefahr mit anderen Erkrankungen hoch, weshalb bei entsprechenden Symptomen ein Arztbesuch wichtig ist, erklärt Wiebke Sondermann, Dermatologin[13].
Gleichzeitig ist die Hemmschwelle groß. In Übersichten wird beschrieben, dass viele Betroffene nie gezielt für die Genitalregion behandelt wurden. Fast die Hälfte spricht das Thema nie an. Bis zu 40% mit schweren Läsionen sprechen es ebenfalls nicht an[7]. Diese Versorgungsrealität ist ein guter Grund, Beschwerden konkret zu benennen, auch wenn es unangenehm ist.
Welche Fachstellen passen
- Dermatologie bei Verdacht auf Psoriasis oder unklarem Hautbild
- Gynäkologie bei Beschwerden an Vulva und angrenzenden Arealen
- Urologie bei Beschwerden an Penis, Vorhaut, Eichel oder Hodensack
Für den Termin
- Fotos vom Verlauf über mehrere Tage
- Liste der verwendeten Produkte, zum Beispiel Waschlotion, Salben, Intimsprays
- Notizen zu Triggern, zum Beispiel Sport, Rasur, Sex, Stress, Infekte
- Infos zu Psoriasis an anderen Stellen oder zu Nagelveränderungen
Quellen
- zesthealth.com: Genital Psoriasis Causes Symptoms Treatment Options And Flare Management
- pmc.ncbi.nlm.nih.gov: PMC6261118
- pmc.ncbi.nlm.nih.gov: PMC8163914
- gesundheitsinformation.de: Schuppenflechte Psoriasis
- bvdd.de: Kinder Mit Schuppenflechte Leiden Besonders
- bitteberuehren.de: Psoriasis Erkennen Erscheinungsformen
- pmc.ncbi.nlm.nih.gov: PMC6118254
- register.awmf.org: 013 094l S2k Therapie Der Psoriasis Bei Kindern Und Jugendlichen 2022 04 Verlaengert
- pmc.ncbi.nlm.nih.gov: PMC6997231
- usz.ch: Psoriasis
- apotheken-umschau.de: Schuppenflechte So Beruhigen Sie Die Haut 823701
- verywellhealth.com: Psoriasis Of The Genitals 2788283
- appdoc.de: Genitale Schuppenflechte