Im ectocare-Ratgeber erfährst du, wie sich eine Schuppenflechte im Bart sowie an Augenbrauen, Stirn und am Lippenrand typischerweise zeigt, wie du sie von häufigen „Look-alikes“ abgrenzt und welche Behandlungs- und Pflegeprinzipien im Gesicht besonders wichtig sind. Früh hilft meist ein klares Grundprinzip: Reizung senken und die Haut wieder stabil bekommen.
Woran erkennt man Schuppenflechte dort?
Schuppenflechte im Bart zeigt sich oft als scharf begrenzte, gerötete Areale mit trockenen, silbrig wirkenden Schuppen, die jucken oder brennen können. An Augenbrauen und Stirn fällt eher eine schuppig-rote, teils krustige Haut auf. Am Lippenrand wirkt die Haut schnell rissig und gereizt, weil die Zone besonders empfindlich ist.
Typisch ist vor allem die Kombination aus klarer Begrenzung, Rötung und fest anhaftender Schuppung. „Die Flecken sind rosa bis rot, scharf begrenzt und haben eine silbrige Schuppung“, erklärt Keith Choate, MD, PhD ([1]).
Dass Gesichtszonen grundsätzlich betroffen sein können, ist dabei nicht „exotisch“. Bei Kindern beginnt Psoriasis in Leitlinienangaben in etwa 40% der Fälle zunächst mit einer Beteiligung im Gesicht ([2]). Das heißt nicht, dass jede Schuppung Psoriasis ist, aber Gesichtsbefall ist klinisch relevant.
Typische Hinweise nach Zone
| Zone | Typische Anzeichen | Typische Beschwerden |
|---|---|---|
| Bart (Wangen, Kinn, Oberlippe, Bartansatz) | Scharf begrenzte rote Plaques, fest haftende trockene Schuppen, „silbriger“ Schuppenfilm im Haar | Juckreiz, Brennen, Spannungsgefühl, Empfindlichkeit beim Rasieren |
| Augenbrauen und Stirn | Schuppig-rote Areale an den Brauen, am Übergang zum Haaransatz, teils feiner Schuppenfilm | Brennen, kosmetisch stark sichtbar, teils „krümelige“ Schuppen beim Kämmen der Brauen |
| Lippenrand (Übergang Lippenhaut zur Gesichtshaut) | Rissige, gereizte, schuppige Haut am Rand, kleine Einrisse | Brennen, Trockenheit, Schmerzen bei scharfen Speisen, Spannungsgefühl |
| Nase (vorderer Naseneingang, Nasenflügel) | Trockene Schuppung an Nasenflügeln oder nahe dem Eingang, klar begrenzte Rötung möglich | Brennen, wundes Gefühl, Reizung durch Schnäuzen |
Warnzeichen, die eher untypisch für Psoriasis sind (ohne dass das schon eine Diagnose ist): eitrige Pusteln, deutlich nässende Stellen, ringförmige Ausbreitung oder auffälliger Haarbruch im Bartbereich.
Ist es Schuppenflechte oder etwas anderes?

Ob es wirklich Schuppenflechte ist, erkennst du oft an der Kombination aus scharf begrenzter Rötung und eher trockener, fest haftender Schuppung. Ähnlich sehen aber auch ein seborrhoisches Ekzem, eine irritative Reaktion durch Rasur oder eine Kontaktallergie aus. Im Bart sprechen Pusteln, Schmerz und Haarbruch eher für eine Infektion als für Psoriasis.
Gesichtsbeteiligung ist bei Psoriasis grundsätzlich realistisch. In einer Kohorte wurde berichtet, dass 28,2% der Psoriasis-Patienten Läsionen im Gesicht hatten ([3]). Gleichzeitig gilt: Das „Gesichtsbild“ kann mehrere Ursachen haben.
Kurzvergleich typischer Merkmale
| Merkmal | Psoriasis | Seborrhoisches Ekzem | Kontaktreaktion / irritative Dermatitis | Pilzinfektion im Bart (Bartflechte) |
|---|---|---|---|---|
| Rand/Begrenzung | oft klar, scharf begrenzt | häufiger weniger scharf, eher flächig | oft unscharf, passend zur Kontaktfläche | oft ringförmig oder randbetont möglich |
| Schuppen | eher trocken, fest haftend, teils silbrig | eher fettig-gelblich, „schmieriger“ Eindruck möglich | eher feine Schuppung oder trockene Rötung | kann schuppen, oft zusätzlich entzündlich |
| Typische Verteilung | Plaques auch am Haaransatz, Bartansatz, teils Augenbrauen | häufig Augenbrauen, Nasenfalten, Haaransatz | dort, wo Produkt/Aftershave/Maskenreibung wirkt | Bartregion, häufig mit Haarfollikeln beteiligt |
| Pusteln/Nässen | eher untypisch | möglich bei stärkerer Entzündung | möglich, voraussagbar nach Reizkontakt | eher typisch: Pusteln, nässende Stellen, schmerzhafte Knoten |
| Haare im Bart | meist kein Haarbruch | meist kein Haarbruch | kein Haarbruch typisch | Haarbruch und „abgebrochene“ Haare können auffallen |
| Gefühl | Juckreiz oder Brennen | Juckreiz möglich | Brennen/Stechen oft im Vordergrund | Schmerz, Druckschmerz, deutliche Entzündung möglich |
So strukturierst du deine Eigenbeobachtung (ohne Tests):
- Notiere, seit wann es da ist und ob es in Schüben kommt.
- Dokumentiere neue Produkte der letzten 2 bis 4 Wochen, zum Beispiel Aftershave, Bartöl, Duftstoffe, Lippenprodukte.
- Beobachte den Verlauf über Tage: wird der Rand „scharfer“ und die Schuppung trockener, oder wird es nässend und schmerzhaft?
- Mach Fotos bei gleichbleibendem Licht, um Veränderungen besser zu sehen.
Warum trifft Psoriasis Bart und Lippen?
Psoriasis entsteht durch eine fehlgesteuerte Immunreaktion bei genetischer Veranlagung, die Entzündung in der Haut antreibt und die Verhornung beschleunigt. Gesichtszonen wie Bart, Nase oder Lippenrand können betroffen sein, wenn Trigger wie Reibung, Rasur, Wetter, Stress oder Infekte die Haut zusätzlich reizen. Ein einzelner Nährstoffmangel ist selten die alleinige Ursache.
Das Grundprinzip ist: Entzündung „beschleunigt“ die Hauterneuerung. Dadurch entstehen verdickte, schuppende Areale. Prof. Marc Radtke, Dermatologe, beschreibt Psoriasis als immunvermittelte Erkrankung und ordnet sie als nicht ansteckend ein ([4]).
Warum gerade Stirn, Haaransatz und Bartansatz so oft „mit am Rand“ wirken, ist auch anatomisch plausibel: Es wird berichtet, dass etwa 50 bis 80 Prozent der Betroffenen auch eine Psoriasis an der Kopfhaut haben, die bis an Stirn und Haar- oder Bartansatz reichen kann ([5]).
Häufige Trigger im Gesicht, sortiert nach Kategorie
- Mechanik: Rasur, Reibung durch Masken, Kratzen, enger Kragen am Bartansatz (Koebner-Phänomen: neue Herde nach Reizung).
- Klima/UV: kalte Luft, trockene Heizungsluft, Wind; UV kann individuell helfen oder reizen.
- Infekt/Stress: Infekte, hoher psychischer Stress, Schlafmangel.
- Genussmittel: Alkohol, Nikotin.
- Kosmetik: duftende Aftershaves, alkoholreiche Toner, ätherische Öle, Lippenstifte mit Duft- und Konservierungsstoffen.
Zum Thema „Mangel“: Werte wie Vitamin D oder Zink können bei einzelnen Menschen eine Rolle im Entzündungsgeschehen spielen, aber Psoriasis lässt sich selten auf einen Nährstoff als alleinige Ursache reduzieren.
Wie stellt der Arzt die Diagnose?
Eine Diagnose wird meist gestellt, indem die Hautveränderungen im Gesicht und Bart genau angeschaut und mit typischen Verteilungsmustern abgeglichen werden. Häufig werden auch Kopfhaut, Nägel und deine Vorgeschichte einbezogen. Wenn im Bart eine Infektion möglich ist, kann ein Abstrich oder eine Kultur helfen, Ursachen zu unterscheiden.
In der Praxis wird meist auf Muster geachtet, zum Beispiel Schuppenart, Ränder und typische Areale. Strukturierte Kriterien sind dabei hilfreich, aber keine Garantie. In einer Publikation zu einem Konsensus-Algorithmus zur Einordnung schuppender Hautveränderungen bei Kindern wurde eine Sensitivität von 84,6% für die Unterscheidung von Psoriasis versus anderen Ursachen berichtet ([6]). Das ordnet ein, warum Blickdiagnostik oft gut funktioniert, und warum bei Unklarheit weitere Abklärungen sinnvoll sind.
Gerade im Bart kann zusätzlich geprüft werden, ob eine bakterielle oder pilzbedingte Mitursache möglich ist. Ein Abstrich oder eine Kultur kann dann grob klären, ob eher eine Infektion beteiligt ist.
Checkliste: Das kannst du zum Termin vorbereiten
- Fotos vom Verlauf (3 bis 7 Tage, gleiche Stelle, gleiches Licht).
- Liste neuer Produkte (Bartöl, Shampoo, Aftershave, Lippenpflege, Sonnenschutz).
- Deine Rasur- und Bartpflegeroutine (Tool, Häufigkeit, danach verwendete Produkte).
- Vermutete Auslöser (Stressphase, Infekt, Wetterwechsel, Maskenreibung).
- Was du schon versucht hast und wie du es vertragen hast.
- Konkrete Fragen, zum Beispiel „Psoriasis oder Ekzem?“ und „Was ist im Lippenrandbereich verträglich?“.
Was hilft bei Schuppenflechte im Gesicht?
Bei Schuppenflechte im Bart und an anderen Gesichtszonen hilft meist eine stufenweise Strategie: erst Reizung senken und die Hautbarriere stabilisieren, dann je nach Schweregrad gezielte Wirkstoffe nutzen, die für empfindliche Areale geeignet sind. Im Bart ist wichtig, Schuppen zu lösen, ohne die Haut zu verletzen. Am Lippenrand brauchst du besonders verträgliche, reizfreie Optionen.
Ein wichtiger Rahmen: Es wird angegeben, dass bei rund 80 Prozent der Betroffenen der Befall so begrenzt ist, dass eine Lokaltherapie grundsätzlich ausreichen kann ([7]). Im Gesicht muss diese lokale Strategie aber besonders verträglich geplant werden.
Stufenweise Strategie im Gesicht (verständlicher Überblick)

| Stufe | Ziel | Beispiele (Gesicht/Bart/Lippenrand) |
|---|---|---|
| Basispflege und Barrierestabilisierung | Reizung senken, Trockenheit abpuffern, Schutzfilm verbessern | milde Reinigung ohne Duftstoffe, lauwarmes Wasser, reizarme Pflegecreme; am Lippenrand eher schützende, gut verträgliche Pflege |
| Schuppen lösen im Bart (haartragende Areale) | Schuppen weicher machen, ohne „Abreißen“ | keratolytisches Prinzip (Schuppen-lösend) in verträglicher Form; Schuppen eher einweichen und sanft lösen statt rubbeln |
| Ärztlich gesteuerte Lokaltherapie für empfindliche Areale | Entzündung gezielt kontrollieren, Nebenwirkungen im Gesicht minimieren | je nach Diagnose und Zone können niedrig dosierte oder steroidfreie topische Optionen ausgewählt werden; Lippenrand und Augenregion gelten als besonders empfindlich |
Bart-Zone: Schuppenmanagement ohne zusätzliche Reizung
Im Bart ist die Versuchung groß, Schuppen mechanisch herauszukratzen. Das kann die Haut aber zusätzlich verletzen und den Entzündungsreiz verstärken. Hilfreicher ist meist ein „erst lösen, dann sanft entfernen“-Ansatz. Laut Dr. Fernandez, Dermatologe: „Ein Feuchtigkeitsmittel mit Salicylsäure kann Schuppen lösen und dafür sorgen, dass topische Medikamente besser einziehen“ ([8]).
Lippenrand: besonders empfindlich, klare Grenze zur Schleimhaut

Am Lippenrand reagieren viele Menschen schneller mit Brennen, weil die Haut dort dünn ist und zusätzlich durch Speichel, Essen und häufige Berührung belastet wird. Wichtig ist auch die Unterscheidung zwischen Lippenhaut und Mundschleimhaut. Was auf normaler Gesichtshaut toleriert wird, kann an der Schleimhaut zu stark sein. Deshalb braucht diese Zone meist besonders reizfreie Strategien.
Steroidfreie Optionen und Barrieretherapie einordnen
Gerade im Gesicht sind steroidfreie, barriereorientierte Ansätze häufig ein sinnvoller Bestandteil, um die Haut zu beruhigen und stabil zu halten. Das Ziel ist Entzündungskontrolle und weniger Reizung im Alltag, ohne dass daraus ein „Sofort-weg“-Versprechen wird.
Als praktische Brücke gilt: Wenn du die Reizlast senkst und die Barriere konsequent unterstützt, reagiert die Haut oft weniger „überempfindlich“ und die Therapie lässt sich besser umsetzen.
Wenn Schuppenflechte im Gesicht durch gereizte, entzündete Haut getrieben ist, zählt vor allem ein Prinzip: Du bringst die Haut zur Ruhe, damit sie wieder Stabilität aufbauen kann. Genau hier setzt medEctoin® an. Der Wirkstoff unterstützt die Hautbarriere und beruhigt überschießende Entzündungsreaktionen, ohne auf Steroide zu setzen. Als CE-zertifiziertes Medizinprodukt ist es klinisch geprüft und in der Regel sehr gut verträglich, auch bei empfindlicher Haut. So kannst du im Alltag konsequent auf Entzündungskontrolle und Barriereaufbau setzen, statt nur Schuppen zu überdecken.
Bei der Behandlung im Gesicht und besonders am Lippenrand solltest du Wirkstoffe und Produkte wegen der hohen Reizbarkeit nur gezielt und passend zur Diagnose einsetzen lassen, vor allem wenn die Beschwerden zunehmen oder trotz konsequenter Pflege nicht besser werden.
Welche Hausmittel können ergänzen?
Hausmittel können bei Schuppenflechte im Gesicht höchstens ergänzend helfen, indem sie Reizung senken und Trockenheit abpuffern. Sanfte, kurze Maßnahmen wie kühle, feuchte Kompressen oder eine sehr milde, reizfreie Pflegebasis sind meist sinnvoller als „aktive“ DIY-Rezepte. Alles, was brennt, stark entfettet oder peelend wirkt, verschlimmert oft die Irritation.
Gerade im Gesicht lohnt es sich, „beruhigend statt aggressiv“ zu denken. Kühlung ist oft hilfreicher als starkes Experimentieren. Kühlende Kompressen werden auch als sinnvolle Maßnahme bei Juckreiz genannt (Anderson, Dr.) ([9]).
Als Ergänzung oft okay
- Kühle, feuchte Kompressen für 5 bis 10 Minuten, bei Bedarf wiederholen.
- Sehr milde Reinigung, zum Beispiel ohne Duftstoffe und ohne Alkohol.
- Okklusives Prinzip bei Trockenheit: eine schützende, „abdichtende“ Basispflege, vor allem am Lippenrand.
Lieber vermeiden
- Ätherische Öle (zum Beispiel Teebaumöl) im Gesicht oder am Lippenrand.
- Starkes Peeling, Bürsten, Rubbeln mit Waschlappen.
- Alkoholhaltige DIY-Mischungen oder aggressive Säuren.
- Häufiger, unsystematischer Produktwechsel „zum Testen“.
So testest du sicherer
- Nur auf einer kleinen Stelle starten, nicht direkt am ganzen Lippenrand.
- 24 bis 48 Stunden beobachten.
- Sofort abbrechen bei Brennen, deutlich stärkerer Rötung oder Nässen.
Und wichtig zur Einordnung: Bartflechte ist nicht dasselbe wie Schuppenflechte. Bei Verdacht auf eine Infektion ersetzen Hausmittel keine gezielte Abklärung.
Wie pflegt und schützt man die Zonen?
Du schützt Gesichtszonen mit Psoriasis am besten, indem du alles reduzierst, was die Haut zusätzlich reizt: milde Reinigung, konsequenter Barriereschutz und eine Rasur- und Bartpflege, die Reibung minimiert. An Augenbrauen und Stirn geht es vor allem um sanftes Lösen von Schuppen ohne Rubbeln. Am Lippenrand hilft eine reizfreie, abdichtende Pflege gegen Austrocknung.
Checkliste: einfache Routine ohne „Produktchaos“
Morgen
- Reinigung: lauwarm, kurz, ohne stark schäumende Produkte.
- Schutz: reizarme Pflege, die nicht brennt; tagsüber bei Bedarf nachlegen.
- Bart/Rasur: wenn nötig, so reibungsarm wie möglich und ohne „gegen den Strich“-Stress.
- Lippen: schützende, duftfreie Pflege, besonders bei Kälte und Wind.
Abend
- Reinigung: sanft, Rückstände von Styling und Sonnenschutz gründlich, aber mild entfernen.
- Schuppen sanft lösen: eher einweichen als rubbeln, besonders an Brauen und Bartansatz.
- Barriereschutz: eher „weniger, dafür konsequent“ als ständig neue Produkte.
Mini-Tabelle: Reizer und schonendere Alternativen
| Zone | Häufige Reizer | Schonendere Alternative |
|---|---|---|
| Bart | Rasur gegen den Strich, stumpfe Klingen, stark duftendes Aftershave | Trimmer statt sehr glatter Rasur, frische Klinge oder gereinigter Trimmerkopf, duftfreie Pflege danach |
| Augenbrauen/Stirn | Rubbeln mit Handtuch, starke Peelings, „Schuppen abkratzen“ | sanftes Einweichen, vorsichtiges Lösen mit Fingerkuppen, weiches Abtupfen |
| Lippenrand | Lippenlecken, scharfe Duftstoffe, langhaftende Lippenstifte | duftfreie Schutzpflege, bewusste „Leck-Pause“, zurückhaltende Kosmetik |
| Nase/Nasenflügel | häufiges Schnäuzen, parfümierte Cremes | weiche Tücher, dünn schützende, reizarme Pflege an den Nasenflügeln |
Was du vermeiden solltest: Kratzen, harte Peelings, stark parfümierte oder alkoholreiche Produkte und häufige, unsystematische Produktwechsel.
Wie lange dauert ein Schub im Gesicht?
Ein Schub im Gesicht kann nach wenigen Wochen deutlich abklingen, er kann aber auch mehrere Monate anhalten. Wie lange es dauert, hängt oft davon ab, ob Trigger weiter wirken und wie konsequent die passende Behandlung und Pflege umgesetzt wird. Besser wird es meist, wenn Rötung nachlässt, weniger neue Schuppen entstehen und die Haut weniger spannt.
Dass die Zeitspanne stark schwanken kann, wird auch so eingeordnet: Die Symptome können nach wenigen Wochen abklingen oder mehrere Monate andauern, so Dr. Crystal Dinopol (Dr.) ([10]).
Eine realistische Zeitachse ist auch deshalb wichtig, weil Verbesserungen oft schrittweise kommen. Es wird berichtet, dass in Studien zu einer lokal angewendeten Creme etwa 40% der Patienten nach 12 Wochen klar oder fast klar waren ([11]). Das zeigt vor allem: Es braucht häufig Wochen, und nicht jeder reagiert gleich schnell.
Mini-Zeitleiste (Orientierung, kein Versprechen)
- Woche 1 bis 2: weniger Brennen und weniger Spannungsgefühl als erstes Ziel.
- Woche 3 bis 6: Rötung wirkt oft weniger „aktiv“, neue Schuppen entstehen langsamer.
- Woche 8 bis 12: deutlich ruhigere Hautphasen werden realistischer, wenn die Strategie passt.
Ist Psoriasis dort heilbar?
Psoriasis ist auch im Gesicht in der Regel nicht ursächlich heilbar, weil die Veranlagung und die immunvermittelte Entzündungsbereitschaft bestehen bleiben. Was aber oft gut möglich ist, sind lange beschwerdearme Phasen und eine kontrollierte Haut, wenn du Trigger reduzierst und eine passende Therapie nutzt. Eine Pilzinfektion im Bart wäre dagegen grundsätzlich behandelbar und ausheilbar.
Dr. Ralph von Kiedrowski, Dermatologe, betont die chronische Einordnung und gleichzeitig die Behandelbarkeit: Er beschreibt, dass Schuppenflechte weiterhin nicht ursächlich heilbar ist und dass es neue Medikamente gibt, mit denen schwere Fälle sehr gut behandelbar sein können ([12]).
Kurzbox: „Heilbar“ vs. „gut kontrollierbar“
- Heilbar heißt: Ursache beseitigt, kein Wiederkommen zu erwarten, das passt eher zu behandelbaren Infektionen.
- Gut kontrollierbar heißt: Schübe deutlich reduzieren, ruhige Phasen verlängern, Haut im Alltag stabil halten.
- Rückfälle werden wahrscheinlicher, wenn Reibung und Trigger dauerhaft weiterlaufen oder Produkte die Haut wiederholt reizen.
Wann sollte man zum Arzt?
Zum Arzt solltest du gehen, wenn sich die Stellen im Gesicht oder Bart schnell ausbreiten, stark schmerzen, nässen oder eitrig werden oder wenn Fieber dazukommt. Auch bei Augenbeteiligung, starker Beeinträchtigung im Alltag oder wenn deine Selbstpflege nach einigen Wochen keine klare Besserung bringt, ist eine Abklärung sinnvoll. Zuständig ist meist die Dermatologie, je nach Zone auch HNO oder Oralmedizin.
Viele Betroffene erleben deutliche Symptome. In einer Befragung berichteten etwa 90% typische Hautsymptome wie Juckreiz, Rötung und Schuppenbildung ([3]). Gerade deshalb solltest du starke Schmerzen, Nässen oder Eiter nicht als „normalen Verlauf“ abtun.
Heute oder zeitnah abklären
- Schnelle Ausbreitung im Gesicht oder Bart innerhalb weniger Tage.
- Starke Schmerzen, deutliche Schwellung oder Überwärmung.
- Nässen, Eiter, gelbliche Krusten oder übler Geruch.
- Fieber oder deutliches Krankheitsgefühl.
- Augenbeteiligung, zum Beispiel starke Rötung am Lidrand oder Schmerzen am Auge.
- Immunsuppression oder starke Grunderkrankung.
Termin in den nächsten Wochen
- Keine klare Besserung nach einigen Wochen konsequenter, reizärmerer Pflege.
- Häufig wiederkehrende Schübe im Bartansatz, an Brauen oder am Lippenrand.
- Hoher Leidensdruck oder Unsicherheit, ob eine Infektion beteiligt sein könnte.
Mini-Entscheidungslogik (Ja/Nein)
- Breiten sich die Stellen rasch aus oder treten Fieber, starke Schmerzen, Nässen oder Eiter auf? Dann heute oder zeitnah abklären.
- Sind die Augen oder der direkte Augenbereich betroffen? Dann zeitnah abklären.
- Bleibt trotz konsequenter, milder Pflege über einige Wochen eine klare Besserung aus? Dann Termin in den nächsten Wochen vereinbaren.
- Bist du unsicher, ob es eine Infektion im Bart sein könnte, zum Beispiel wegen Pusteln oder Haarbruch? Dann Termin zur Abklärung einplanen.
Für den Termin hilft es, Verlauf, Trigger-Verdacht, Produkte, Rasur-Routine und Fotos konkret anzusprechen.
Quellen
- https://www.yalemedicine.org/news/psoriasis-not-life-long-affliction
- https://leitlinien.psoriasis-bund.de/
- https://www.aerzteblatt.de/archiv/psoriasis-und-psoriasis-arthritis-patienten-wuenschen-vor-allem-weniger-juckreiz-3f8aa91f-8a8b-4fe5-ac45-e0a831eee130
- https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/hautkrankheiten/schuppenflechte-so-beruhigen-sie-die-haut-823701.html
- https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/schuppenflechte-auf-der-kopfhaut-symptome-ursachen-behandlung,schuppenflechtekopfhaut-100.html
- https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC9298773/
- https://www.usz.ch/fachbereich/dermatologie/angebot/psoriasis/
- https://health.clevelandclinic.org/psoriasis-flare-up-treatment-and-prevention
- https://health.clevelandclinic.org/psoriasis-self-care
- https://www.healthline.com/health/psoriasis/how-long-does-psoriasis-last
- https://www.aad.org/public/diseases/psoriasis/treatment/treatment
- https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/haut-schuppenflechte-psoriasis-1.1806120