Im ectocare-Ratgeber erfährst du, warum Neurodermitis im Gesicht oft dann aufflammt, wenn eine gereizte Hautbarriere auf zu viele Auslöser trifft, und wie du typische Muster erkennst. Das wichtigste Prinzip dahinter ist fast immer gleich: Reize senken, Barriere stabilisieren, und Veränderungen systematisch beobachten, statt ständig alles zu wechseln.
Warum tritt plötzlich Neurodermitis im Gesicht auf?
Wenn plötzlich Neurodermitis im Gesicht aufflammt, ist das meist nicht „aus dem Nichts“, sondern eine Kombination aus instabiler Hautbarriere und neuen oder verstärkten Triggern. Selbst bei einer eher leichten Neurodermitis im Gesicht kann schon ein Wechsel bei Pflege, Wetter, Stress oder Reibung reichen. Das Gesicht reagiert besonders schnell, weil es häufigen Reizkontakten ausgesetzt ist.
Warum sich ein Schub „plötzlich“ anfühlt
Oft war die Hautbarriere schon vorher fragiler, ohne dass du es stark gemerkt hast, zum Beispiel durch trockene Luft, häufiges Reinigen oder mehrere neue Produkte. Kommt dann ein zusätzlicher Reiz dazu, wird eine persönliche Reiz-Schwelle überschritten, und das Ekzem wird sichtbar.
Dass Beschwerden nach ruhigen Phasen wiederkommen können, ist außerdem typisch für den Verlauf: Rund ein Viertel der Menschen mit Neurodermitis, die im Kindesalter begonnen hat, behält Ekzeme oder entwickelt sie später erneut[1]. Das kann sich wie „plötzlich“ anfühlen, ist aber bei einer chronisch empfindlichen Barriere plausibel.
Typische Auslöser kurz vor dem Aufflammen im Gesicht
Im Alltag sind es häufig sehr konkrete, zeitnahe Veränderungen, zum Beispiel neue Kosmetik, Peelings, Retinoide, Duftstoffe, Rasur, Masken und Okklusion (Wärmestau), mehr Reibung oder ein Klimawechsel. Im Gesicht kommt zusätzlich dazu, dass Augen- und Mundnähe die Toleranz gegenüber reizenden Inhaltsstoffen senken können, und dass dort viele Kontaktstoffe zusammenkommen.
Stress und Infekte als Verstärker
Stress und Infekte verändern bei vielen den Zeitpunkt und die Heftigkeit von Schüben. Laut Uwe Gieler, Prof. Dr., Facharzt für Dermatologie und Psychosomatik sowie Psychotherapie, können Stressoren sowohl Auslöser sein als auch den Verlauf beeinflussen[2]. Das ist hilfreich, um einen Schub nicht nur an „dem einen Produkt“ festzumachen, sondern auch Schlaf, Belastung und Infektzeichen mitzudenken.
Entscheidungsbaum: Welcher Trigger-Typ passt am ehesten?
- Hast du in den letzten 7 bis 14 Tagen ein neues Gesichtsprodukt gestartet oder ein aktives Produkt häufiger genutzt, zum Beispiel Peeling oder Retinoid? Dann ist „irritativ“ wahrscheinlich, und deine Aufgabe ist: Erstelle eine vollständige Produktliste mit Startdatum und markiere alles „neu“ oder „hochdosiert“.
- Tritt die Reizung vor allem dort auf, wo etwas reibt oder staut, zum Beispiel unter Maske, an Bartlinie, unter Schal, am Haaransatz? Dann ist „okklusiv oder mechanisch“ wahrscheinlich, und deine Aufgabe ist: Notiere 3 Tage lang Tragezeiten, Reibestellen und ob die Haut nach dem Abnehmen deutlich wärmer oder feuchter war.
- Warst du in den letzten 10 Tagen erkältet, hattest deutlich schlechteren Schlaf oder eine Stress-Spitze, und der Schub kam ohne klares neues Produkt? Dann ist „psychosozial oder infektgetrieben“ möglich, und deine Aufgabe ist: Protokolliere 5 Tage Schlafdauer, subjektiven Stress (0 bis 10) und die Tageszeit, zu der Juckreiz oder Brennen am stärksten sind.
- Ist das Ekzem sehr klar begrenzt an Kontaktstellen, zum Beispiel genau dort, wo ein Duftprodukt, Metallteil, Kleber, Handschuhe oder berufliche Stoffe die Haut berühren? Dann ist „allergisch oder kontaktbedingt“ möglich, und deine Aufgabe ist: Notiere jede mögliche Kontaktquelle mit Ort am Gesicht und Zeitpunkt.
- Ist der Start eng an einen Wetterwechsel gekoppelt, zum Beispiel Kälte, Wind, trockene Heizungsluft oder Urlaubsklima? Dann ist „klimatisch“ wahrscheinlich, und deine Aufgabe ist: Dokumentiere für eine Woche Wetter, Aufenthaltsort (drinnen oder draußen) und ob das Brennen direkt nach dem Rausgehen oder Reinkommen beginnt.
Was löst Neurodermitis im Gesicht aus?

Auslöser für Neurodermitis im Gesicht sind meist Trigger, die auf eine ohnehin empfindliche, genetisch veranlagte Hautbarriere treffen. Häufig sind das Reizstoffe durch Reinigung und Reibung, Kontaktallergene aus Kosmetik oder beruflichen Stoffen, mikrobielle Faktoren und psychophysiologische Belastungen wie schlechter Schlaf. Oft addieren sich mehrere Trigger, bis ein Schub entsteht.
Ursachen und Auslöser: der wichtige Unterschied
Die Grundlage ist eine Veranlagung mit empfindlicher Barriere und einem leichter aktivierbaren Entzündungssystem. Die Auslöser sind dann die „Anschubser“ im Alltag. Das ist praktisch, weil du an Auslösern häufig etwas erkennen und nachvollziehen kannst, auch wenn die Veranlagung bleibt.
Trigger-Kategorien im Gesicht, mit typischen Hinweisen

Ein relevanter Anteil der Neurodermitis-Fälle ist allergiebedingt, und zwar bei etwa 30 bis 40 Prozent[3]. Gleichzeitig heißt das umgekehrt auch: Bei vielen ist eine Allergie nicht der Haupttreiber, und irritative Reize können allein schon reichen.
Dr. Hussain beschreibt, dass viele Schub-Auslöser die Hautbarriere schädigen und Entzündungen anstoßen können, zum Beispiel aggressive Reiniger oder Lösungsmittel, Shampoos, Waschmittel, Desinfektionsmittel, kratzende Stoffe und Metalle wie Nickel[4]. Im Gesicht übersetzt sich das oft in Kosmetik, Reinigung, Rasur, berufliche Expositionen oder Accessoires.
| Trigger-Kategorie | Typische Beispiele im Gesicht | Typische Hinweise |
|---|---|---|
| Irritativ | häufiges Reinigen mit heißem Wasser, Peelings, Retinoide, alkoholhaltige Toner | eher Brennen oder Stechen, oft innerhalb von Stunden bis 1 bis 2 Tagen nach Änderung, häufig Wangen und um den Mund |
| Allergisch (Kontaktallergie) | Duftstoffe, bestimmte Konservierungsstoffe, Haarfärbemittel, Klebstoffe, Nickel an Brillenbügeln | klar begrenzte Kontaktareale, wiederkehrend bei demselben Produkt, oft auch Augenlider oder Hals |
| Okklusiv oder mechanisch | Maske mehrere Stunden, Schal an der Wange, Reibung an Bartlinie, häufiges Abtupfen | Verschlechterung an Reibepunkten, Wärmestau, eher nach Tragezeit, nicht zwingend sofort nach Produkt |
| Mikrobiell | aufgekratzte Stellen, wiederholte kleine Infekte, Besiedlungsprobleme | auffällige Krusten, zunehmende Nässung, neue Schmerzhaftigkeit statt „nur“ Juckreiz |
| Psychophysiologisch | Stressphasen, Schlafmangel, Infektbelastung | Schub ohne klares neues Produkt, oft stärkerer Juckreiz, „gleichzeitig überall empfindlich“ |
Schwellenmodell: warum mehrere kleine Reize reichen

Im Gesicht ist es selten nur ein Faktor. Häufig addieren sich mehrere kleine Reize, zum Beispiel trockene Luft plus Maske plus neues Serum plus wenig Schlaf. Jeder einzelne wäre vielleicht tolerierbar, zusammen überschreiten sie die Schwelle.
Mini-Checkliste fürs Trigger-Tagebuch
- Datum und Uhrzeit des Starts
- neue Produkte oder geänderte Häufigkeit, inklusive Haarprodukte
- Reibung oder Okklusion, zum Beispiel Maske, Schal, Helm, Rasur
- Infektzeichen, Temperatur, allgemeines Krankheitsgefühl
- Stress und Schlaf, zum Beispiel Schlafdauer und „Stress 0 bis 10“
- Klima, zum Beispiel Wind, Kälte, trockene Heizungsluft; Ernährung und Alkohol optional als neutrale Beobachtung
Wie zeigt sich (leichte) Neurodermitis im Gesicht?
Eine eher leichte Neurodermitis im Gesicht zeigt sich oft durch trockene, raue Haut, leichte Rötung, Spannungsgefühl und Juckreiz, manchmal auch feine Schuppung. Bei stärkeren Phasen können die Stellen deutlich entzündet sein, nässen oder verkrusten. Typisch sind wechselnde Aktivität in Schüben und empfindliche Bereiche wie Augenlider, Wangen und Mundregion.
Anzeichen nach Schweregrad
- Leicht: trockene, raue Stellen; leichte Rötung; feine Schuppung; spürbares Spannen oder Juckreiz
- Mittel: deutlichere Rötung; stärkerer Juckreiz; brennendes Gefühl; sichtbare Schuppung und kleine Risse, besonders an Mundwinkeln oder Wangen
- Stark: stark entzündete Areale; Nässen oder Krusten; sichtbare Schwellung; deutliches Brennen oder Schmerz
„Neurodermitis im Gesicht zeigt sich durch sehr trockene, gerötete und entzündete Hautstellen und starken Juckreiz; an manchen Stellen kann die Haut dicker und gröber werden (Lichenifikation).“, erklärt Carolin Collin, Dr., Ärztin[5].
Typische Stellen im Gesicht
Häufig betroffen sind Augenlider, Wangen, Stirn, Mundwinkel und die Zone um den Mund. Im Alltag fühlt sich das oft so an, als wäre die Haut „zu klein“, schneller gereizt und bei Wind oder nach dem Waschen besonders empfindlich.
Warnzeichen als Orientierung
Auffällig sind starke Schmerzen, deutlich honiggelbe Krusten, starke Schwellung oder ausgeprägte Nässung. Das sind Hinweise, dass zusätzlich etwas anderes mitlaufen kann, zum Beispiel eine Infektion.
Mini-Glossar
- Ekzem: entzündete Hautstelle mit Rötung, Juckreiz und oft Trockenheit oder Schuppung.
- Lichenifikation: verdickte, gröbere Haut durch länger anhaltende Reizung und wiederholtes Kratzen oder Reiben.
Neurodermitis oder Akne – wie unterscheide ich das?
Neurodermitis und Akne unterscheiden sich meist daran, dass bei Neurodermitis Trockenheit, Schuppung und Juckreiz im Vordergrund stehen, während Akne eher fettige Areale, Mitesser und druckempfindliche Entzündungen zeigt. Es kann beides gleichzeitig vorkommen, was die Pflege schwieriger macht. Dann hilft dir vor allem, Reizquellen zu reduzieren und Muster genau zu beobachten.
Vergleich: eher Neurodermitis, eher Akne
| Merkmal | Eher Neurodermitis | Eher Akne |
|---|---|---|
| Hautgefühl | trocken, rau, gespannt | eher fettig oder glänzend |
| Hauptsymptom | Juckreiz, Brennen, Schuppung | Druckschmerz, Entzündung, „Pickelgefühl“ |
| Typische Zeichen | Rötung, Schuppung, Ekzemflächen | Mitesser (Komedonen), Papeln, Pusteln |
| Typische Areale | Augenlider, Wangen, Mundregion | Stirn, Nase, Kinn, Kieferlinie |
| Verlauf | schubweise, wechselnd | oft kontinuierlicher, aber auch in Schüben |
Warum „Pickel“ bei Ekzemen täuschen können
Reizung, Reiben oder aufgekratzte Stellen können kleine entzündliche Knötchen verursachen, die wie Unreinheiten wirken. Umgekehrt kann Aknepflege die Haut austrocknen und so ein Ekzem sichtbarer machen.
Ähnliche Bilder können unterschiedliche Ursachen haben, und die Abgrenzung ist medizinisch relevant (Claudia Traidl-Hoffmann, Prof. Dr)[6].
Vier Routine-Fehler, die beides verschlechtern können
- Überreinigung, zum Beispiel mehrmals täglich mit stark schäumenden Produkten
- häufiges Peeling oder Bürstchen, besonders bei Rötung oder Brennen
- viele neue Wirkstoffe gleichzeitig, sodass du Reaktionen nicht zuordnen kannst
- zu häufiges Wechseln von Produkten im Wochenrhythmus
Was tun bei einem Neurodermitis-Schub im Gesicht?
Bei einem Neurodermitis-Schub im Gesicht hilft dir am meisten, sofort alles zu stoppen, was die Haut zusätzlich reizt, und die Haut so ruhig wie möglich zu halten. Reduziere Reibung, Hitze und starkes Reinigen, und setze auf sanfte, kurze Routinen. Erwarte keine „Sofortheilung“: Manche Beschwerden lassen sich rasch beruhigen, andere brauchen einige Tage.
5 Prioritäten für die ersten 24 bis 48 Stunden
- Stoppe neue oder „aktive“ Produkte, zum Beispiel Peelings und stark parfümierte Kosmetik, und bleibe bei einer konstanten Minimalroutine.
- Reduziere Reibung und Okklusion, zum Beispiel durch kürzere Masken-Tragezeiten, weniger Reiben mit Handtuch und vorsichtiges Abtupfen statt Rubbeln.
- Reinige sehr mild und kurz, idealerweise lauwarm, damit du Trockenheit und Brennen nicht weiter anfeuerst.
- Kühle bei Bedarf vorsichtig, zum Beispiel mit einem kühlen, sauberen Umschlag für wenige Minuten, wenn Hitze und Juckreiz dominieren.
- Beobachte den Verlauf strukturiert, zum Beispiel morgens und abends Foto plus 2 Stichpunkte zu Juckreiz, Brennen und Schlaf, damit du Veränderungen erkennst.
Reiben und Kratzen im Moment reduzieren
Praktisch hilft oft: Nägel kurz halten, eher Druck statt Kratzen nutzen, Hände beschäftigen, und bei starkem Impuls kurz wechseln, zum Beispiel auf eine kühle Kompresse oder eine andere Tätigkeit. Das Ziel ist nicht Perfektion, sondern weniger zusätzliche Reizung.
Was du im akuten Gesichtsschub vermeiden solltest
- Peelings und mechanische Tools, zum Beispiel Bürstchen oder grobe Waschlappen
- Duftstoffe und stark parfümierte Produkte
- heißes Wasser und lange, warme Duschen
- „Okklusions-Experimente“ mit sehr dichten Schichten, wenn du zu Wärmestau neigst
- ständiges Produktwechseln, weil du sonst Reaktionen nicht einordnen kannst
- aggressive Spot-Treatments auf geröteten Ekzemstellen
Wenn die Beschwerden sehr stark sind, sich rasch ausbreiten oder Zeichen einer Infektion auftreten, gehört das zeitnah ärztlich abgeklärt.
Welche Behandlung und Pflege hilft im Gesicht?
Bei Neurodermitis im Gesicht hilft dir am meisten ein klares Behandlungsprinzip: die Hautbarriere stabilisieren, Entzündung in aktiven Phasen kontrollieren und Reizquellen konsequent reduzieren. Eine gute Routine ist kurz, reizarm und für die empfindlichen Zonen geeignet. Wenn du Produkte testest, führst du sie einzeln ein und beobachtest, wie deine Haut reagiert.
Atopische Dermatitis betrifft in Industrieländern einen zweistelligen Prozentsatz der Kinder, nämlich etwa 10-20%[7]. Gerade weil das so häufig ist, sind strukturierte Aufklärung und eine verlässliche Basisroutine für viele der wichtigste „Stabilisator“ im Alltag.
Pflege-Bausteine im Gesicht, als Auswahlhilfe
| Pflege-Baustein | Ziel | Worauf du bei der Auswahl achten kannst |
|---|---|---|
| Reinigung | Schmutz und Rückstände entfernen, ohne Barriere zu belasten | lauwarm, kurz, wenig schäumend; bei Brennen Reinigungshäufigkeit prüfen; Augenlid-Nähe besonders vorsichtig |
| Basispflege | Barriere stabilisieren, Trockenheit reduzieren | duftstofffrei; wenige Inhaltsstoffe; Textur passend zur Trockenheit, leichter bei wenig Trockenheit, reichhaltiger bei starker Trockenheit |
| Schutz im Alltag | Reizkontakte und Klimaeinflüsse abpuffern | bei Wind und Kälte eher schützende Texturen; bei Okklusionsneigung eher dünn und atmungsaktiv; keine „Experiment-Schichten“ |
| Testen neuer Produkte | Verträglichkeit sicherer einschätzen | immer einzeln einführen; 5 bis 7 Tage konstant nutzen; Reaktion nach 24 bis 72 Stunden mitnotieren |
Routine in 3 Schritten
- Reinigung
- Pflege
- Schutz
Wenn du Barrierepflege als Prinzip verstanden hast, kann es sinnvoll sein, eine Option zu wählen, die genau diese physikalische Stabilisierung unterstützt, und dabei gleichzeitig reizarm bleibt.
Wenn Neurodermitis im Gesicht vor allem durch trockene, gereizte Haut getrieben ist, ist Barriere-Stabilisierung der direkte Hebel. Genau hier setzt medEctoin® an: Der Wirkstoff stabilisiert die Hautbarriere physikalisch und hilft so, dass Trigger schlechter eindringen und die Entzündungskaskade weniger leicht startet. Du wechselst damit von Reaktion auf Schübe zu einer Routine, die den Teufelskreis an der Barriere durchbricht. Klinische Daten zeigen eine Juckreiz-Reduktion von bis zu 71 % und eine SCORAD-Verbesserung von bis zu 50 %. Gleichzeitig gilt medEctoin® als sehr gut verträglich und ist konservierungsmittelfrei.
Welche Behandlung für dich passt, hängt auch von Schweregrad, Lokalisation (z. B. Augenlider) und Infektzeichen ab. Bei starken, häufigen oder unklaren Verläufen gehört die Therapieplanung in ärztliche Hände.
Was passiert im Winter mit Neurodermitis im Gesicht?
Im Winter verschlechtert sich Neurodermitis im Gesicht bei vielen, weil kalte Luft und trockene Heizungsluft der Haut Feuchtigkeit entziehen und Temperaturwechsel zusätzlich reizen. Das führt oft zu mehr Schuppung, Spannungsgefühl, Brennen oder kleinen Rissen. Anders als normale Wintertrockenheit tritt es schubweise auf und ist meist stärker entzündet und juckender.
„Kalte Luft, Wind und sinkende Luftfeuchtigkeit können die Haut austrocknen, dieser Feuchtigkeitsverlust kann ein Ekzem aufschaukeln.“, erklärt Anthony, Dr., Dermatologe[8].
6 typische Winter-Trigger im Alltag
- trockene Heizungsluft in Wohnung oder Büro
- Wind und Kälte direkt im Gesicht
- Mütze, Schal oder hoher Kragen mit Reibung an Wange und Kinn
- heißes Duschen oder sehr warmes Gesichtwaschen
- häufiger reinigen, weil sich Haut „trocken und schmutzig“ anfühlt
- Temperaturwechsel, zum Beispiel draußen kalt, drinnen warm, plus Schwitzen
Mini-Tabelle: Winterproblem und alltagsnahe Anpassung
| Problem | Typische Winterursache | Alltagsnahe Anpassung |
|---|---|---|
| Brennen nach draußen gehen | kalter Wind, trockene Kälte | Gesicht vor dem Rausgehen schützen, Reibung durch Schal reduzieren, und Temperaturwechsel bewusst langsam gestalten |
| Risse an Mundwinkeln | trockene Luft, häufiges Abwischen, Kälte | Mundbereich besonders schonend behandeln, Reiben vermeiden, und nach dem Essen sanft abtupfen statt rubbeln |
| starke Schuppung | trockene Heizungsluft, häufiges Reinigen | Reinigung verkürzen, Pflegekonstanz erhöhen, Luftfeuchtigkeit im Raum im Blick behalten |
Wann saisonal nachjustieren sinnvoll ist
Wenn du erste Signale wie Spannen, mehr Juckreiz oder feine Schuppung bemerkst, lohnt sich eine frühzeitige Anpassung der Routine an Wetter und Reibung, bevor die Entzündung „hochfährt“.
Wann sollte ich mit Neurodermitis im Gesicht zum Arzt?
Du solltest Neurodermitis im Gesicht ärztlich abklären lassen, wenn starke Schmerzen, rasche Ausbreitung, Fieber oder deutliche Infektzeichen wie nässende, eitrige oder stark verkrustete Stellen auftreten. Auch wenn Schübe häufig sind, lange anhalten oder deinen Schlaf und Alltag stark beeinträchtigen, ist professionelle Hilfe sinnvoll. Gleiches gilt bei unklarem Bild oder Verdacht auf Kontaktallergie.
Checkliste: zeitnahe Abklärung oder Termin planen
Diese Zeichen sprechen für zeitnahe Abklärung
- starke Schmerzen oder deutliche Schwellung im Gesicht
- rasche Ausbreitung innerhalb von 24 bis 72 Stunden
- Fieber oder ausgeprägtes Krankheitsgefühl
- stark nässende, eitrige oder auffällig gelbliche Krusten
- Beteiligung der Augenregion mit deutlicher Schwellung oder Schmerzen
Termin planen in den nächsten Wochen
- Schübe kommen häufig, oder sie halten ungewöhnlich lange an
- Schlaf ist deutlich gestört, du bist tagsüber spürbar erschöpft
- Bild ist unklar, oder du vermutest eine Kontaktallergie
- du bekommst keine stabile Routine hin, weil die Haut auf vieles reagiert
5 Dinge, die du zum Termin mitnimmst
- Fotos vom Verlauf, idealerweise bei Tageslicht
- vollständige Produktliste, inklusive Haarprodukte, Make-up, Rasur
- Trigger-Tagebuch oder Stichpunkte zu Schlaf, Stress, Klima, Masken, Rasur
- Liste bisheriger Behandlungen, falls vorhanden
- Fragenliste, zum Beispiel zu Allergietests, Kontaktallergien und Augenlid-Beteiligung
Wie beuge ich Neurodermitis im Gesicht vor?
Vorbeugen heißt bei Neurodermitis im Gesicht vor allem: die Hautbarriere langfristig stabil halten und Trigger im Alltag früh erkennen. Am besten funktioniert das mit einer konstanten, reizarmen Minimalroutine, die du nicht ständig wechselst. Wenn du erste Warnzeichen bemerkst, passt du Reizkontakte und Pflege an, bevor sich ein Schub hochschaukelt.
Frühwarnzeichen, die du ernst nehmen solltest
- neues Spannen nach dem Waschen
- feine Schuppung, die vorher nicht da war
- Juckreiz, der häufiger oder länger anhält
- Brennen bei Produkten, die sonst okay waren
- kleine Risse, besonders an Mundwinkeln oder an trockenen Wangenstellen
Wochenplan-Light: drei feste Routine-Anker
- morgens: kurze, milde Reinigung nur wenn nötig, dann konstante Pflege
- abends: Rückstände sanft entfernen, dann Pflege als Barriere-Basis
- nach Trigger-Kontakt: nach Maske, Wind, Rasur oder starkem Temperaturwechsel die Haut kurz beruhigen und wieder auf Routine zurückgehen
Sensible Zonen besonders schonend behandeln
Augenlider und Mundbereich reagieren oft schneller als andere Regionen. Dort lohnt es sich besonders, unnötige Reizkontakte zu vermeiden und Änderungen sehr langsam einzuführen, damit du Verträglichkeit wirklich beurteilen kannst.
Quellen
- https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4004110/
- https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/kinderkrankheiten/neurodermitis-bei-kindern-was-hilft-790247.html
- https://gesund.bund.de/neurodermitis
- https://health.clevelandclinic.org/managing-eczema-flare-ups
- https://www.apotheken-umschau.de/einfache-sprache/krankheiten/neurodermitis-723297.html
- https://www.allergieinformationsdienst.de/krankheitsbilder/neurodermitis
- https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4254569/
- https://health.clevelandclinic.org/winter-eczema