Ekzem behandeln – was wirklich hilft (2026)

Mild gerötete, trocken-schuppige Ekzemstelle in der Ellenbeuge einer Person

Im ectocare-Ratgeber erfährst du, wie du ein Ekzem behandelst, ohne dich in widersprüchlichen Tipps zu verlieren. Der wichtigste Hebel ist oft, eine gereizte, barrieregeschwächte Haut zuerst zu stabilisieren und erst danach je nach Schwere gezielt gegen Entzündung und Juckreiz vorzugehen.

Wie bekomme ich ein Ekzem wieder weg?

Wenn du ein Ekzem in den Griff bekommen willst, hilft meist ein Stufenplan: erst Reize konsequent reduzieren und die Hautbarriere regelmäßig rückfettend stabilisieren, dann je nach Schwere gezielt Entzündung und Juckreiz behandeln. Welche Schritte sinnvoll sind, hängt davon ab, ob die Haut trocken oder nässend ist und wie stark die Entzündung ausgeprägt ist. Wenn die Beschwerden durch gereizte, barrieregeschwächte Haut getrieben sind, ist Barriere-Stabilisierung der direkteste Hebel.

Stufenplan: von Basis zu Akutphase

  1. Basis (fast immer sinnvoll): Ziel ist weniger Reizkontakt, weniger Trockenheit, mehr Schutz, also Barriere entlasten, rückfettend stabilisieren, Haut beruhigen.
  2. Moderat entzündet (Schub im Anrollen): Ziel ist Entzündung früh bremsen, Juckreiz senken, Schlaf und Alltag entlasten.
  3. Stark entzündet oder kompliziert wirkend: Ziel ist Entzündung rasch kontrollieren, starke Beschwerden reduzieren, Komplikationen wie Superinfektionen mitdenken.

Trocken-schuppig oder nässend-krustig: worauf du als Nächstes achtest

Nahaufnahme trocken-schuppiger Ekzemrötung in der Ellenbeuge mit feinen Schuppen
  • Eher trocken, rau, schuppig: Dann steht das Rückfetten und das „Abdichten“ der Barriere im Vordergrund, weil Trockenheit und Mikro-Risse Reize leichter durchlassen.
  • Eher nässend, stark gerötet, krustig: Dann ist das Ziel häufig zuerst „beruhigen“ und die akute Entzündung zu stoppen, weil zu viel Okklusion und falsche Texturen zusätzlich reizen können.

Barriere-Schutz vs. antientzündliche Akuttherapie

Ekzem am Handrücken mit Rötung und dünner Krustenbildung im akuten Schub

Barriere-Schutz ist vor allem physikalisch und steroidfrei gedacht, also als Schutzschicht und Reizpuffer. Die Akuttherapie zielt dagegen darauf, Entzündung und Juckreiz direkt zu bremsen.

Laut Prof. Dr. Christoph Skudlik, Prof. Dr., werden akute Ekzeme typischerweise mit entzündungshemmenden und juckreizlindernden Therapiebausteinen behandelt, zum Beispiel mit kortisonhaltigen Cremes, in sehr schweren Fällen kurzzeitig auch mit oralen Kortisonpräparaten, bei bakteriellen Superinfektionen mit Antibiotika und starker Juckreiz kann mit Antihistaminika gelindert werden[1]. Das ist ein guter Realitätscheck: Barrierepflege und Akuttherapie verfolgen unterschiedliche Ziele und ergänzen sich je nach Schwere.

Damit du das Prinzip nicht nur verstehst, sondern praktisch umsetzen kannst, lohnt sich der Blick auf den direktesten Hebel im Alltag: konsequenter Barriere-Schutz, der Reize „draußen“ hält.

Wenn dein Ekzem vor allem durch eine gereizte, instabile Hautbarriere getrieben ist, ist Barriere-Schutz der direkte Weg zur Kontrolle. Genau hier setzt medEctoin® von ectocare an: Der Wirkstoff stabilisiert die Hautbarriere physikalisch, wie ein Schutzschild, sodass Reize schlechter eindringen und die Entzündungskaskade früher ausgebremst wird. Ziel ist nicht, Symptome zu überdecken, sondern den Teufelskreis aus Reizung, Entzündung und Juckreiz an der Barriere zu durchbrechen. In klinischen Daten zeigte sich eine Juckreiz-Reduktion von bis zu 71 % und eine SCORAD-Verbesserung von bis zu 50 %.

Welche Salbe ist gut gegen Ekzeme?

Infografik Stufenplan zur Ekzem-Behandlung mit Basis, Schub und Warnhinweisen

Welche Salbe für dein Ekzem passt, hängt vor allem davon ab, ob die Haut gerade trocken und schuppig ist oder nässt und stark entzündet wirkt. Rückfettende und barriere-stabilisierende Grundlagen sind häufig die Basis, während antientzündliche oder juckreizlindernde Wirkstoffklassen eher für akute Schübe gedacht sind. Für sensible Areale wie das Gesicht gelten oft andere Regeln als für Hände oder Beine.

Produktklassen: wofür sie typischerweise gedacht sind

„Salbe“ ist nicht gleich „Salbe“, weil die Ziele sehr unterschiedlich sein können. Neben Basispflege gibt es auch zielgerichtete Wirkstoffklassen. In einem Vergleich wurde eine Ruxolitinib-Creme in 1,5% Konzentration als wirksam zur Verringerung von Ekzem-Anzeichen und -Symptomen beschrieben[2]. Diese Zahl ist keine Selbstbehandlungs-Empfehlung, sie zeigt vor allem: Es gibt sehr unterschiedliche Mechanismen, und die Auswahl sollte zum Hautzustand passen.

Tabelle: Hautzustand, Ziel und typische Klasse (mit Beispielen für Regionen)

Hautzustand Hauptziel Typische Produktklasse (allgemein) Geeignete Regionen (typische Praxis)
Trocken, schuppig, spannt Rückfetten lipidreiche Grundlage, zum Beispiel Salben- oder Cremebasis mit hohem Fettanteil Beine und Arme, Schienbeine, Rumpf
Trocken, empfindlich, „reaktiv“ Barriere stabilisieren barriere-stabilisierende Pflege, oft mit „Schutzfilm“-Charakter Gesicht (sparsam), Hals, Ellenbeugen, Kniekehlen
Nässt, stark gerötet Entzündung beruhigen akute antientzündliche Wirkstoffklassen nach Plan, Textur eher nicht zu okklusiv Hautfalten, nässende Areale, teils Hände
Starker Juckreiz dominiert Juckreiz senken juckreizlindernde Ansätze, teils kombiniert mit antientzündlicher Therapie je nach Stelle, häufig Hände, Arme, Beine
Viel Reibung, häufiges Waschen Schutz vor Irritation „Schutz- und Barriere“-Produkte, die Wasser und Reizstoffe abpuffern Hände, Fingerzwischenräume

Zinksalbe: Do’s und Don’ts

  • Do: Bei nässenden Stellen kann Zink durch seinen austrocknenden Effekt manchmal helfen, die Oberfläche zu beruhigen und Nässen zu reduzieren.
  • Don’t: Bei sehr trockener, rissiger Haut kann Zink zu stark austrocknen und das Spannungsgefühl verstärken.
  • Don’t: In Hautfalten kann eine dicke, pastige Schicht zusätzlich reiben oder „stauen“, wenn du stark schwitzt.

Region entscheidet mit: Gesicht, Hände, Falten, Beine

  • Gesicht und Augenlider: Hier ist die Haut dünn und reagiert schneller, deshalb sind milde, gut verträgliche Texturen oft wichtiger als maximale „Fettigkeit“.
  • Hände: Häufige Belastung durch Wasser, Seife, Desinfektion und Reibung bedeutet, dass Schutz und Barrierefunktion im Alltag besonders zählen.
  • Hautfalten: Okklusion und Schweiß spielen stärker mit, deshalb brauchen viele Menschen leichtere Texturen und konsequentes Trockenhalten nach Schwitzen.
  • Beine: Besonders an den Schienbeinen ist Trockenheit häufig, daher sind reichhaltigere Grundlagen oft besser verträglich.

Praxis-Hinweis bei Verdacht auf Unverträglichkeit

Wenn du nach einem neuen Produkt mehr Brennen, Rötung oder Juckreiz bemerkst, ist ein „Patch-Test“-Gedanke hilfreich: erst konsequent weglassen, dann später einzeln und vorsichtig wieder einführen, statt mehrere neue Produkte gleichzeitig zu testen.

Wenn du starke, ausgedehnte oder schmerzhafte Entzündungen hast oder sich die Haut unter einer neuen Salbe deutlich verschlechtert, lass das ärztlich abklären.

Wie lange dauert es, bis ein Ekzem weg ist?

Wie lange es dauert, bis ein Ekzem abklingt, hängt stark von der Form und deinem Auslöser ab. Ein akuter Schub kann sich in Tagen bis wenigen Wochen beruhigen, während manche Ekzeme über Wochen bis Monate bestehen oder schubweise wiederkehren. Entscheidend sind Triggerkontakt, Barriere-Zustand, Kratz-Juckreiz-Kreislauf und wie konsequent du die vereinbarten Maßnahmen umsetzt.

Realistische Zeitspannen: akut vs. wiederkehrend

Die Spannweite ist groß. Bei bestimmten Formen ist es normal, dass es länger dauert: Die Ausschläge können mehrere Wochen oder sogar Monate bestehen bleiben, und das nummuläre Ekzem (münzförmiges Ekzem) verläuft meist mit wiederkehrenden Schüben über Monate bis Jahre[3].

Gleichzeitig gibt es günstige Verläufe, besonders im frühen Kindesalter. Bei 60 bis 80% der betroffenen Säuglinge und Kleinkinder gehen neurodermitische Beschwerden spätestens bis zum Schulbeginn zurück oder bessern sich stark[4]. Das heißt aber auch: Ein Teil bleibt länger betroffen, und Schübe sind trotzdem möglich.

Tabelle: Verlauf und typische Dauer-Spanne

Verlauf/Typ (vereinfacht) Typische Dauer-Spanne Häufige Einflussfaktoren
Akuter Schub wenige Tage bis wenige Wochen weiterer Triggerkontakt, starkes Schwitzen, Reibung an Kleidung
Wiederkehrender Verlauf Wochen bis Monate pro Episode saisonale Trockenheit, wiederholte Reizung an Händen, Stressphasen
Chronisch-rezidivierend Monate bis Jahre (mit Schüben) dauerhafte Barriereschwäche, wiederholte Mikroverletzungen, Superinfekte als Verstärker

5 Faktoren, die die Abheilzeit oft verlängern

  • Weiterer Kontakt zum Auslöser, zum Beispiel neues Waschmittel oder häufiges Händewaschen ohne Schutz.
  • Starkes Kratzen durch Juckreiz, besonders nachts, weil die Haut mechanisch weiter gereizt wird.
  • Ungünstige Lokalisation, zum Beispiel Hände oder Hautfalten, weil Reibung und Feuchtigkeit häufiger sind.
  • Infekte als Verstärker, zum Beispiel wenn nässende Stellen zusätzlich „kippen“ und länger aktiv bleiben.
  • Viele Änderungen auf einmal, zum Beispiel mehrere neue Produkte parallel, sodass du nicht erkennst, was hilft oder reizt.

Erste Besserung zeigt sich oft daran, dass Juckreiz und Brennen nachlassen und die Rötung „flacher“ wirkt. Wenn sich dagegen trotz konsequenter Basis über längere Zeit gar nichts verändert, passt der Ansatz wahrscheinlich nicht gut zu deinem Hautzustand.

Was sind Ursachen und Auslöser von Ekzemen?

Ekzeme entstehen meist, weil deine Hautbarriere gestört ist und dadurch schneller auf Reize und Allergene reagiert. Häufige Auslöser sind irritierende Stoffe, Kontaktallergene, Klimawechsel, Stress, Infekte sowie Reibung und Schweiß. Wenn du Muster nach Ort, Zeitpunkt und neuen Produkten erkennst, findest du Trigger oft deutlich schneller als mit einem reinen „Ausprobieren“.

Warum die Barriere so viel ausmacht

Wenn die Barriere weniger „dicht“ ist, verlieren Hautareale schneller Feuchtigkeit. Gleichzeitig können Reizstoffe leichter eindringen. Dann springt Entzündung leichter an, und Juckreiz wird wahrscheinlicher. Prof. Dr. Werner Aberer, Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie, Medizinische Universität Graz, betont, dass sowohl äußere Einflüsse, also allergische oder reizende Faktoren, als auch eine angeborene Veranlagung wie die atopische Dermatitis als Auslöser in Betracht kommen[5].

Ekzeme sind zudem häufig. Die Lebenszeit-Häufigkeit wird mit etwa 15% bis 30% bei Kindern und 2% bis 10% bei Erwachsenen angegeben, und rund 60% der Fälle beginnen im ersten Lebensjahr[6]. Die Bandbreite hängt auch davon ab, wie Ekzemformen definiert und erfasst werden.

Checkliste: Trigger-Kategorien mit typischen Alltagsbeispielen

Trigger-Kategorie Typische Beispiele Wo es im Alltag auftaucht
Irritativ (reizend) Reinigungsmittel, häufiges Händewaschen, Desinfektionsmittel Küche, Bad, Arbeitsplatz, Pflege von Kindern
Allergisch (Kontaktallergen) Duftstoffe, Konservierungsstoffe, Nickel Kosmetik, Schmuck, Handschuhe, Berufsstoffe
Klima trockene Winterluft, kalter Wind, Hitze Heizungsluft, Outdoor, Sommerurlaub
Stress Anspannung, Schlafmangel Prüfungsphasen, Schichtarbeit, familiäre Belastung
Infekte Erkältung, bakterielle Besiedelung als Verstärker Kita/Schule, Wintermonate
Reibung/Schweiß enge synthetische Kleidung, Sport Fitness, Laufkleidung, Hautfalten

Einfaches Protokoll: schneller Muster erkennen

Datum Stelle Symptome (z.B. Juckreiz 0–10) Neue Produkte (Name/Typ) Belastungen/Stress Wetter/Temperatur Schweiß/Reibung
12.06. Handrücken 7 neues Spülmittel hoher Termindruck 28 °C viel Abwasch
13.06. Ellenbeuge 4 keine normal Regen, kühl Sportshirt

Wenn du das 7 bis 14 Tage führst, findest du oft schneller Hinweise, ob eher Reizkontakt, Klima oder ein Produktwechsel beteiligt ist.

Was fehlt dem Körper bei Ekzem?

Meist fehlt deinem Körper bei einem Ekzem nicht „ein einzelner Stoff“, sondern die Haut gerät durch Barriere-Störung, Entzündung und Trigger aus dem Gleichgewicht. Trotzdem können in Einzelfällen Befunde wie Eisen-, Zink- oder Vitamin-D-Mangel mit hineinspielen. Sinnvoll ist eine gezielte Abklärung, wenn es Hinweise auf Mangelernährung, starke Müdigkeit oder andere Symptome gibt, statt hoch dosiert selbst zu supplementieren.

Warum „Nährstoffmangel“ oft nicht die Hauptursache ist

Der Kern ist meist die Barriere. Das zeigt sich auch daran, wie stark die Hautflora mitbetroffen sein kann: Etwa 10 Prozent gesunder Menschen sind mit Staphylococcus aureus besiedelt, im Vergleich zu über 90 Prozent der Menschen mit Ekzem[6]. Das ist ein Hinweis auf Barriere- und Mikrobiom-Dysbalance. Es ist kein Beweis dafür, dass „eine Infektion die Ursache“ ist, weil Kolonisation nicht automatisch eine behandlungsbedürftige Infektion bedeutet.

„Unsere Haut ist mit Bakterien besiedelt und dient normalerweise als Barriere gegen Infektionen und Entzündungen. Wenn diese Barriere jedoch geschädigt ist, führt die vermehrte Exposition gegenüber bestimmten Bakterien zu Problemen“, erklärt Lloyd Miller, Assistenzprofessor für Dermatologie[7].

Mythen-Check

  • Ekzem = Nährstoffmangel. Ekzeme entstehen meist durch das Zusammenspiel aus Barriere-Störung, Entzündung und Auslösern, nicht durch „den einen fehlenden Stoff“.
  • Ekzem = Infektion. Häufig ist die Haut zwar anders besiedelt, aber das ist nicht automatisch eine akute Infektion.

Tabelle: mögliche Befunde und was du praktisch daraus machst

Möglicher Befund Typische Hinweise im Alltag Was du statt Selbsttherapie tun kannst
Eisenmangel starke Müdigkeit, brüchige Nägel, blasse Haut Ernährung prüfen, bei anhaltenden Hinweisen gezielt messen lassen
Zinkmangel langsame Wundheilung, häufige kleine Hautläsionen nicht hoch dosieren, sondern Verdacht klären und dosiert ergänzen
Vitamin-D-Mangel wenig Sonnenexposition, Wintermonate, Indoor-Alltag Spiegel bei Verdacht bestimmen und dann gezielt supplementieren

Wenn du Nahrungsergänzungsmittel nehmen willst, vermeide hohe Dosierungen auf eigene Faust und kläre das bei konkretem Verdacht gezielt medizinisch ab.

Welche Ekzem-Arten gibt es und warum wichtig?

Es gibt verschiedene Ekzemformen wie das atopische Ekzem (Neurodermitis), Kontakt- und Handekzeme, dyshidrotische Ekzeme, seborrhoische Ekzeme und Stauungsekzeme. Die Einordnung ist wichtig, weil sich Auslöser, typische Körperstellen und der Verlauf unterscheiden. Dadurch ändert sich auch, worauf du bei Triggern, Pflege und der weiteren Abklärung besonders achten solltest.

Atopische Dermatitis ist dabei sehr häufig. Für sie werden etwa 12% Prävalenz bei Schulkindern und ungefähr 5% bei Erwachsenen genannt[8]. Trotzdem ist „Ekzem“ kein Synonym nur für diese eine Form.

Tabelle: Ekzemform, typische Stellen und Verlauf

Ekzemform Typische Stellen Typische Trigger-Hinweise Verlauf
Atopisches Ekzem (Neurodermitis) Beugen (Ellenbeuge, Kniekehle), Hals, teils Gesicht trockene Luft, Schwitzen, Stress, Allergieneigung schubweise
Kontaktdermatitis (allergisch/irritativ) dort, wo Kontakt ist, oft Hände, Gesicht neues Produkt, berufliche Exposition, Schmuck abhängig vom Kontakt
Handekzem Handrücken, Finger, Zwischenräume häufiges Waschen, Desinfektion, Handschuhe, Arbeitsstoffe oft wiederkehrend
Dyshidrotisches Ekzem Handflächen, Fingerseiten, Fußsohlen Schwitzen, Stress, Reizung schubweise
Seborrhoisches Ekzem Kopfhaut, Augenbrauen, Nasolabialfalten fettige Areale, Schuppen, saisonal eher chronisch-wellig
Stauungsekzem Unterschenkel, Knöchel venöse Stauung, Schwellneigung eher dauerhaft ohne Ursache-Behandlung

Woran erkenne ich ein Ekzem?

Ein Ekzem erkennst du typischerweise an geröteter, juckender Haut, die schuppt, trocken wird oder auch nässen und Krusten bilden kann. Häufig verläuft es in Schüben, und Kratzen verstärkt Juckreiz und Entzündung. Bei längerem Bestehen kann die Haut dicker und rauer wirken. Verwechslungen sind möglich, zum Beispiel mit Pilz oder Psoriasis.

Checkliste: typisch vs. eher untypisch

Typisch für Ekzem Eher untypisch (kann auf etwas anderes hindeuten)
Juckreiz steht im Vordergrund scharf begrenzte, silbrig schuppende Plaques ohne starken Juckreiz
Trockenheit, Schuppung, Rötung ringförmige Herde mit randbetonter Schuppung (Pilz-Muster)
Nässen und Krusten in Schüben möglich nur eine einzelne Stelle, die monatelang unverändert bleibt
Haut wird bei Chronifizierung dicker und rauer starke Schuppung der Kopfhaut mit typischem „Psoriasis“-Bild

Als Zusatzinfo gibt es gelegentlich Begleitzeichen, die aber nicht zwingend vorhanden sind. Dennie-Morgan-Linien (Falten unter den Augen) werden bei bis zu 25% der Menschen mit Ekzemen beschrieben[6]. Wenn du sie nicht hast, schließt das ein Ekzem nicht aus.

Wie pflege ich die Haut bei Ekzem richtig?

Eine gute Ekzem-Pflege zielt darauf, deine Hautbarriere jeden Tag zu stabilisieren und Reize zu vermeiden. Das heißt: mild reinigen, regelmäßig rückfetten und Produkte wählen, die möglichst wenig irritieren. Mit einer konsequenten Routine, passenden Kleidungs- und Duschgewohnheiten sowie praktischem Juckreiz-Management senkst du die Chance, dass kleine Reize wieder in einen Schub kippen.

Tagesroutine (praktisch und einfach)

  • Morgens: mild reinigen oder nur lauwarm abspülen, danach rückfettend eincremen, auf reibende Kleidung achten.
  • Tagsüber: Hände schützen (zum Beispiel bei Haushalt), nach Waschen wieder nachpflegen, Schweiß zügig abspülen und trocken tupfen.
  • Abends: kurze, lauwarme Dusche statt heiß und lang, sanft trocken tupfen, anschließend konsequent rückfetten.

Tabelle: typische Situationen und Schutzmaßnahmen

Situation Risiko für Reizung Konkrete Schutzmaßnahme
Duschen/Baden heißes Wasser entfettet, lange Dauer trocknet aus lauwarm, kurz, milder Reiniger, danach direkt eincremen
Sport Schweiß und Reibung verstärken Juckreiz atmungsaktive Kleidung, nach Sport abduschen, trocken tupfen
Haushalt Reinigungsmittel, häufiges Händewaschen Handschutz, Hautkontakt zu Reinigern minimieren, nachpflegen
Winterluft/Heizung trockene Luft verstärkt Trockenheit reichhaltiger rückfetten, Raumluft nicht zu trocken werden lassen

Weniger ist oft mehr bei Produkten

Vermeide es, viele neue Produkte gleichzeitig zu starten. Duftstoffe und stark alkoholhaltige Formulierungen sind häufige Reizfaktoren. Wenn du brennende oder plötzlich „neu andere“ Reaktionen bekommst, lohnt sich ein konsequentes Zurücksetzen auf wenige, gut verträgliche Basics.

Christine Bender-Leitzig, Apothekerin, Apotheke im baden-württembergischen Wiesloch, beschreibt dazu einen pragmatischen Schritt: Bei Hinweisen auf eine Kontaktallergie solltest du die verdächtige Hautcreme oder das Kosmetikprodukt weglassen, und oft bessern sich die Beschwerden dann vergleichsweise schnell ohne weitere Mittel[9].

Wann sollte ich mit Ekzem zum Arzt?

Du solltest mit einem Ekzem ärztliche Hilfe suchen, wenn es sich schnell ausbreitet, stark schmerzt, du Fieber bekommst oder sich Zeichen einer Infektion zeigen, zum Beispiel Eiter, starke Krusten oder Überwärmung. Auch bei Gesicht oder Augenbeteiligung, Immunschwäche oder wenn konsequente Selbstmaßnahmen nicht helfen, ist eine dermatologische Abklärung sinnvoll. In der Praxis werden dann Auslöser, Ekzemtyp und passende Therapieoptionen geprüft.

Red Flags: sofort vs. zeitnah Termin

Sofort abklären (nicht abwarten):

  • schnelle Ausbreitung innerhalb kurzer Zeit
  • Fieber oder deutliche Krankheitszeichen
  • starke Schmerzen
  • Eiter, deutliche Überwärmung, starke Krusten als Infektzeichen
  • Beteiligung von Gesicht oder Augenregion
  • Immunschwäche oder immunsuppressive Medikamente

Zeitnah Termin vereinbaren:

  • keine Besserung trotz konsequenter Pflege und Reizvermeidung
  • häufige Rückfälle, die deinen Alltag deutlich einschränken
  • Verdacht auf Kontaktallergie, zum Beispiel wiederkehrend nach bestimmten Produkten oder Arbeitsstoffen

Was in der Praxis typischerweise geprüft wird

  • Einordnung der Ekzemform und der betroffenen Areale
  • mögliche Trigger, auch beruflich und durch Produkte
  • Diagnostik bei Verdacht auf Kontaktallergie, zum Beispiel Epikutantest
  • Einschätzung, ob ein Infekt beteiligt ist
  • strukturierter Therapieplan für Akutphase und Basis

„Viele Ekzemfälle bei Kindern lassen sich mit einem speziell auf sie abgestimmten Behandlungsplan verbessern; frühzeitiges Behandeln kann Verschlechterung verhindern, aber suchen Sie eine/n fachärztliche/n Dermatologin/Dermatologen“, so Dr. Alam, Dermatologe[10].


Quellen

  1. https://www.allergieinformationsdienst.de/krankheitsbilder/kontaktallergie/behandlung
  2. https://www.universimed.com/ch/article/dermatologie/ekzembehandlungen-auftragen-haut-vergleich-448757
  3. https://gesund.bund.de/nummulaeres-ekzem
  4. https://www.allergieinformationsdienst.de/krankheitsbilder/neurodermitis/verbreitung
  5. https://www.universimed.com/de/article/dermatologie/das-chronische-handekzem-erkennen-behandeln-vorbeugen-2102924
  6. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK538209/
  7. https://hub.jhu.edu/2017/11/08/eczema-inflammation-cause-research/
  8. https://www.aerzteblatt.de/archiv/therapie-der-atopischen-dermatitis-nach-wie-vor-eine-besondere-herausforderung-a2b9accb-9981-4c7a-a711-bb7e2f0027de
  9. https://www.apotheken-umschau.de/news/lidekzem-welche-ursachen-gibt-es-und-wie-kann-man-gegensteuern-1174889.html
  10. https://www.aad.org/news/aad-issues-first-pediatric-atopic-dermatitis-guidelines

FAQ

Ist ein Ekzem ansteckend?
Kann Stress ein Ekzem auslösen oder verstärken?
Darf ich mit Ekzem duschen oder baden?
Kann ich bei Ekzem Sport machen?
Kann ich Ekzemstellen abdecken oder lieber an der Luft lassen?
Was kann ich tun, wenn ich nachts im Schlaf kratze?
Kann ich neue Cremes bei Ekzem einfach ausprobieren oder sollte ich patch-testen?

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Johanna Wendler

Johanna Wendler

Johanna Wendler verfügt über umfassende Expertise im Bereich Dermatologie und Hautpflege. Sie kennt die vielfältigen Reaktionsweisen der Haut auf Pflege, Ernährung und Umwelteinflüsse und besitzt fundierte Erfahrung in der Entwicklung und Bewertung von Hautpflegeprodukten. Der enge Austausch mit Fachleuten und Therapeuten prägt ihr tiefgehendes Verständnis für die Bedürfnisse unterschiedlicher Hauttypen.

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