Gesunde Haut arbeitet nach einem festen Takt. Eine neue Hautzelle entsteht unten in der Basalschicht und wandert in etwa 28 Tagen nach oben an die Oberfläche. Auf diesem Weg reift sie aus: Sie verliert ihren Zellkern, füllt sich mit Keratin und verklebt sich mit ihren Nachbarzellen zu einer dichten, zusammenhängenden Schutzschicht. Diese Schicht ist das, was die Haut überhaupt erst widerstandsfähig macht, gegen Reibung, gegen Kälte, gegen alles, was von außen kommt.
Bei Psoriasis dauert derselbe Weg nur drei bis fünf Tage.
Die Zellen kommen oben an, bevor sie fertig sind. Sie haben die Reifung nicht abgeschlossen, sie verkleben nicht richtig miteinander, sie halten nicht dicht. Genau das ist das weiße Schuppen-Material, das sich ablöst: unfertige Zellen, die ihre Aufgabe nie erfüllen konnten.
Und weil die Schutzschicht nie fertig gebaut wird, bleiben Lücken. Durch diese Lücken kommen die Auslöser hinein,mechanische Reibung, trockene Heizungsluft, Kälte, Stress. Die Haut reagiert mit Entzündung. Die Entzündung beschleunigt den Zellnachschub weiter. Noch mehr unreife Zellen kommen oben an. Der Kreis schließt sich.
Das erklärt auch, warum Schuppenflechte sich so oft anfühlt wie ein Kampf gegen etwas, das nie aufhört: Weil morgen schon die nächste Generation unreifer Zellen nachkommt, unabhängig davon, wie gut der heutige Tag war.